„Mann der klaren Worte“ Landwirtschaftsdirektor Krämer geht in den Ruhestand

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Meppen. Nach mehr als 40 Jahren im Dienste der Landwirtschaft ist Arnold Krämer, Leiter der Bezirksstelle Emsland der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, in den Ruhestand verabschiedet worden. Zum Abschied gab es viel Lob für einen „Mann der klaren Worte.“

Als solchen hatten viele der Ehrengäste den studierten Agrarwissenschaftler kennengelernt und so beschrieben ihn Kammerpräsident Gerhard Schwetje, Landrat Reinhard Winter und der ebenfalls aus dem Amt scheidende Präsident des Emsländischen Landvolks, Hermann Wester. „Mit Herrn Krämer geht einer unserer profiliertesten betriebswirtschaftlichen Berater, der in seinem Dienstgebiet und darüber hinaus großen Anteil an der erfolgreichen Arbeit unserer Landwirtschaftskammer hat“, sagte Schwetje.

Der heute 65-jährige Krämer stammt aus der Nähe von Bramsche bei Osnabrück, wo er auf dem elterlichen Bauernhof aufwuchs. Nach dem Abitur studierte er Agrarwissenschaften in Göttingen mit der Fachrichtung Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus und wurde zunächst Beamter bei der Landwirtschaftskammer. Den Menschen in der Landwirtschaft möglichst viel Wissen zu vermitteln und dabei sein eigenes Wissen stets zu erweitern, prägte Krämers Karriere. 1985 wechselte er in Niedersächsische Landwirtschaftsministerium und wurde Berater und Redenschreiber für zwei Agrarminister. Nach zwei Jahren bot man ihm an, Leiter der Kammer-Außenstelle Meppen zu werden und der damals 35-jährige nahm gerne an.

Seit 1987 in Meppen

Zunächst übernahm er für Meppen und später für das gesamte Emsland den Bereich der Unternehmensberatung und begleitete in dieser Zeit zahlreiche Familienbetriebe auf ihrem Weg durch stets turbulente Zeiten. 2007 wurde Krämer Leiter der Bezirksstelle Emsland der Landwirtschaftskammer und war damit für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim zuständig.

Entsprechend lang und vielfältig war die Gästeliste für Krämers offizielle Verabschiedung im Gasthaus Kamp ausgefallen. Neben dem ehrenamtlichen Kammerpräsidenten Schwetje war auch Kammerdirektor Hans-Joachim Harms dabei, dazu viele Vertreter der Landwirtschaftskammer (LWK), der Landkreise, der Landwirtschaft und des Landvolks. Schwetje erläuterte, Krämer habe insgesamt 44 Jahre und elf Monate lang, also in seinem gesamten Berufsleben, großes Interesse nicht nur an der Landwirtschaft selbst, sondern vor allem an den Menschen auf den Höfen gehabt, dabei das offene Wort geschätzt und sei immer verlässlich gewesen. Zu seinen großen Verdiensten gehöre das „ Forum Emsländischer Landwirte“, das Krämer maßgeblich aufgebaut und zu einer Institution entwickelt habe.

Vieh und Fläche

Landrat Reinhard Winter lobte, Arnold Krämer habe für Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft gestanden, weil er zur Verfügung stehende Fläche und Betriebsgröße stets in Einklang bringen wollte. Im Krämers Amtszeit habe sich die Landwirtschaft enorm gewandelt, das Emsland sei mit den Nachbarkreisen zum Zentrum der Veredelungswirtschaft geworden. Gleichzeitig habe sich die Zahl der Betriebe um zwei Drittel verringert – der Strukturwandel habe Krämer bei seiner Beratungsarbeit stets begleitet.

Ex-Landvolkpräsident Hermann Wester hob hervor, die Zusammenarbeit mit der Bezirksstelle Emsland sei immer sehr angenehm gewesen, Krämer habe es stets verstanden die Jugend mitzunehmen und für den Beruf des Landwirts zu begeistern. Schon früh habe er zur Spezialisierung geraten und Recht behalten.

Jan Wulkotte, bei der LWK Leiter Fachgruppe Ländliche Entwicklung, ließ die Zeit mit dem „Chef“ Arnold Krämer Revue passieren und beschrieb desen Führungsstil als einen ohne Zwang, geprägt von Ehrlichkeit und Einsatz für die Kollegen.

„Oft Glück gehabt„

Arnold Krämer selbst bedankte sich bei allen Mitstreitern, die ihn auf seinem Weg begleitet haben. „Ich habe dabei viel Glück gehabt“, sagte er, die Umstände und vor allem seine Mitarbeiter hätten es ihm oftmals leicht gemacht, etwa als er die Chance bekam, mit 35 Jahren nach Meppen zu wechseln. Die Landwirtschaft sei stets in Bewegung gewesen, „Änderungen waren an der Tagesordnung.“ Und Krämer erwartet, dass sich der Wandel noch beschleunigen wird.

Nachfolger von Arnold Krämer wird Vinzenz Bauer. Der 37-Jährige arbeitet seit 2012 als Fachreferent Markt in der Kammer-Zentrale in Oldenburg. Kunden der LWK-Bezirksstelle Emsland sind die rund 5500 landwirtschaftlichen Betriebe der beiden Landkreise. Zur Bezirksstelle gehören Außenstellen in Aschendorf. Lingen und Neuenhaus und rund 60 Mitarbeiter.


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