„Als unsere Großeltern noch Kinder waren“ Fotostreifzug im Jam durch die Geschichte Meppens

Von Tim Henrichs

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Meppen. Geschichte interessiert in Meppen. Das hat die große Resonanz auf den Fotostreifzug „Als unsere Großeltern noch Kinder waren“ im Jam bewiesen, denn das Jugendzentrum platzte aus allen Nähten.

„Ich bin überrascht und überwältigt, wie viele Meppener sich hier eingefunden haben“, staunte Marc-André Burgdorf, Vorsitzender des Heimatvereins Meppen. Nach der Eröffnung übernahm Vorstandsmitglied Matthias Wahmes die Führung durch den Abend. Mehrere Tausend Fotos hatte Heinrich Rehse vom Heimatverein Meppen in mühsamer Arbeit herausgesucht und digitalisiert, von denen nacheinander je 50 Fotos über die Gymnasial-, Burg- und Obergerichtsstraße gezeigt wurden.

Beinahe jedes Gebäude, das auf den 150 Bildern zu sehen war, konnte Matthias Wahmes dank intensiver Recherche des Heimatvereins einer Familie zuordnen sowie die Funktion der Häuser beschreiben, die schon vor mehreren Generationen abgerissen wurden. „Aus dem Fundus des Heimatvereins konnte man wunderbar schöpfen“, erklärte Wahmes.

Wandlung des Stadtbildes

War sich Wahmes bei einem Gebäude um dessen Hausherren nicht sicher, wusste das interessierte Publikum meist eine Antwort. Georg Quednow erinnerte sich an die Bäckerei Veltrup, die seinen Großeltern gehörte. „In den letzten hundert Jahren hat sich in Meppen natürlich eine Menge getan“, sagte Wahmes. Heute sei es unvorstellbar, dass sich gleich fünf kleine Bäckereien in einer Straße halten konnten. Er wies darauf hin, dass die Straßen heute doppelt so breit seien wie noch vor 60 Jahren. Früher sei es zudem üblich gewesen, dass sich beispielsweise Werkstätten, Schmieden oder auch Druckereien in der Innenstadt befanden.

Mädchen stehlen sich raus

Aber nicht nur mit zusätzlichen Informationen konnten die Gäste Wahmes‘ Moderation unterstützen, sondern auch mit vielen schönen Anekdoten. Der Meppener Richard Riedel nutzte den Fotostreifzug, um kleine Kindheitsdelikte zu beichten. Als sein Vater seine Schmiede verließ, um seinen „üblichen Durst“ zu stillen, fertigte er mit Schweißdraht Dietriche für die Mädchen des Lyzeums in Meppen an. „Die Mädchen wollten sich abends damit rausstehlen. Für die Dietriche haben wir dann immer zehn oder 20 Pfennig bekommen“, schmunzelt Riedel. Für seine Geschichte erntete er Lachen und Applaus.

Das durchweg positive Feedback und das große Interesse an der Veranstaltung ist für Wahmes Anlass, den Fotostreifzug auf weitere Straßen auszuweiten, allerdings nicht im Jam. „Ich denke, beim nächsten Mal müssen wir einen größeren Raum wählen.“ Als Heimatverein müsse man einfach „den Ball aufgreifen“ und die Reihe fortführen, denn es gebe so viel zu erzählen.


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