Klappe, die Erste Meppener Nachwuchsfilmer gewinnen die Niedersächsische Filmklappe

Von David Hartmann

Die Abiturienten Lennox Burai (l.) und Steffen Niers aus Meppen wurden bei der Preisverleihung der Niedersächsischen Filmklappe in Aurich für ihren Film „Ausbruch“ ausgezeichnet. Foto: Medienzentrum EmslandDie Abiturienten Lennox Burai (l.) und Steffen Niers aus Meppen wurden bei der Preisverleihung der Niedersächsischen Filmklappe in Aurich für ihren Film „Ausbruch“ ausgezeichnet. Foto: Medienzentrum Emsland

Meppen. Die Meppener Schüler Lennox Burai und Steffen Niers haben mit ihrem Film „Ausbruch“ den ersten Platz bei der 10. Niedersächsischen Filmklappe belegt.

Die Schüler des Gymnasiums Marianum Meppen hatten beim letztjährigen Wettbewerb „Emsländische Filmklappe“ bereits den ersten Platz ergattert und sich somit für die „Niedersächsische Filmklappe“ 2018 qualifiziert. Der erste Platz kam für die Nachwuchsfilmer sehr überraschend. „Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass ich das Drehbuch in meinen Freistunden geschrieben habe. Wir saßen also bei der Preisverleihung und waren ziemlich überrascht, dass gerade wir gewonnen haben“, sagte Lennox Burai.

„Ausbruch“, in Anwesenheit von Kultusminister Grant Hendrik Tonne in Aurich ausgezeichnet, ist der zweite Film aus dem Emsland, der die Niedersächsische Filmklappe gewonnen hat. Seit 2013, dem Beginn des Wettbewerbs im Emsland, sind insgesamt 155 Filme von 674 beteiligten Schülern und Schülerinnen eingereicht worden.

Möglicher Türöffner

„Für uns ist die Auszeichnung schon eine sehr große Ehre, das bedeutet uns viel“, sagen die beiden Preisträger, für die der Film auch ein Türöffner sein kann. Denn die Abiturienten träumen davon, Regie zu studieren. „Das große Problem bei diesem Studiengang ist es, dass die Plätze massiv begrenzt sind“, sagen die Gewinner. „Wenn an anderen Universitäten, zum Beispiel für Medizin oder Jura, nur 1000 Studenten aufgenommen werden, ist es schon eine sehr kleine Zahl. Bei den Universitäten in München und Potsdam, die bei dem Studiengang Regie in Frage kommen, sind es 600 und 400 Plätze. Da ist es schon gut, dass wir uns mit dem Titel schmücken können, das kann nicht jeder von sich behaupten.“

Dass die Arbeit hinter der Kamera für beide das Richtige ist, wurde ihnen schnell bewusst. „Als wir angefangen haben, unseren Film ,Ausbruch‘ zu drehen, haben wir uns gleich heimisch gefühlt. Das könnten wir jeden Tag machen“, sagt Lennox Burai. Der preisgekrönte Film „Ausbruch“ handelt von einer Liebe während des Zweiten Weltkriegs. „Grob geht es um den Tod der Freundin eines Soldaten. Dieser führt zu dem ,Ausbruch‘ aus sozialen Normen, die ihn zu einem Mord und Suizid leiten“, sagt Steffen Niers.

Jury lobt professionelle Umsetzung

Während des Drehs, besonders bei der Wahl der Kulisse, stießen die Nachwuchsfilmer immer wieder auf Hindernisse. „Wir wurden häufig darauf angesprochen, was wir machen. Wir dachten, wir könnten uns einfach auf den Marktplatz oder auf ein Feld für den Dreh stellen, da lagen wir aber falsch. Wir hatten viel zu kämpfen“, schildert Lennox Burai.

Aber eben diese Darstellung des Umfelds trug auch einen Teil zum Erfolg bei. „Mit ihrem Werk ,Ausbruch‘ zeigen die beiden Schüler auf eindrucksvolle Weise den Wahnsinn des Dritten Reiches. Themen wie Tod und Selbstmord wurden auf drastische Art und Weise thematisiert. Die Umsetzung war hoch professionell und das Highlight der diesjährigen Filmklappe“, war sich die sechsköpfige Jury einig.

Mit ihrem Erfolg sicherten sich die Meppener einen Platz bei den Uelzener Filmtagen. Einerseits wird der schon preisgekrönte Film „Ausbruch“ eingereicht, andererseits wollen die beiden Nachwuchsfilmer noch ein weiteres Werk von der Jury bewerten lassen. „Das Drehbuch für den neuen Film steht schon so gut wie. Ein großer Vorteil ist es für uns, dass wir nun in der Gegenwart spielen, also fällt es leichter, die Kulisse zu schaffen“, sagt Lennox Burai.