Hausbewohner bemerkten nichts Dieser Hund verscheuchte Einbrecher in Meppen

Von Carola Alge

Durch ihr lautes Gebell verscheuchte Momo einen Einbrecher in Meppen. Foto: Carola AlgeDurch ihr lautes Gebell verscheuchte Momo einen Einbrecher in Meppen. Foto: Carola Alge

Meppen. Momo ist eigentlich eine friedliebende Hündin. Sie mag Besucher. Wenn die allerdings nachts kommen und ungebeten in das Haus ihrer Menschen gelangen wollen, wird sie zur Furie. So auch in der Nacht zum 12. Februar. Ein Eindringling hatte versucht, sich Zutritt zu verschaffen. Mit lautem Gebell schlug Momo an und verscheuchte den Unbekannten.

  • Ein Einbrecher versucht, in ein Einfamilienhaus in Meppen einzudringen
  • Hündin Momo schlägt mit lautem Gebell an und verscheucht den Unbekannten
  • Die Hausbewohner realisieren erst am Morgen, was nachts geschah
  • Angst und Beklemmung bleiben

Das Gebell der neunjährigen Hündin ist laut. „Wau,wau, wau“, dröhnt es aus dem Haus, als ich klingel. Von der Treppe aus beäugt sie genau, wen ihr Frauchen durch die Tür hereinlässt. Ich darf das Haus in Meppen-Esterfeld betreten. In jener Nacht dagegen gefiel ihr der ungebetene Besuch ganz und gar nicht. Momo wurde gegen 1.30/1.45 Uhr durch ungewöhnliche Geräusche an der verschlossenen Haustür des Einfamilienhauses in Meppen aufgeschreckt. Ein Unbekannter hatte sie gewaltsam aufgedrückt (wir berichteten). Die Mischlingshündin fing an zu bellen. Das unaufhörliche laute Anschlagen der Hündin zeigte Wirkung. Der Einbrecher ging in dem Haus nicht weiter, sondern ergriff die Flucht.

Nichts mitbekommen

Von dem Einbruchsversuch bekamen die Hausbewohner nichts mit. Sie waren im Tiefschlaf. Erst am nächsten Morgen entdeckte der heimkommende Sohn gegen 6.15 Uhr, dass sich jemand an der Haustür zu schaffen gemacht hatte. „Sie stand weit auf. Das Schloss lag im Flur. Und Momo, die sich überall im Haus frei bewegt und nachts einen Platz ihrer Wahl zum Schlafen sucht, begrüßte unseren Sohn nicht wie sonst üblich“, erzählt die Besitzerin. Verängstigt fanden sie und ihr Mann sie unter einem Bett. „Die Hündin zeigte deutlich: Irgendetwas stimmte nicht.“ Erst als die Polizei kam, sei sie aus ihrem „Versteck“ wieder hervorgekommen.

„Ein komisches Gefühl“

Dass irgendetwas nicht stimmte, Momos Leute bekamen das in der Nacht nicht mit. „Erst am Morgen erinnerte ich mich dunkel, dass ich nachts gegen 1.30 Uhr kurz wach war und auch Gebell hörte. Das war aber alles eher weit weg im Unterbewusstsein.“ Heute, gut eine Woche nach dem versuchten Einbruch, schläft die Familie unruhig, hat ein Telefon im Schlafzimmer. Ein „komisches Gefühl“ begleitet sie seit jener Nacht. Momos Besitzerin ist sich sicher: Ohne sie hätte der unser Haus ausgeräumt – und wir hätten nichts mitbekommen.“

Beklemmend

Wie sie sich ohne Momo verhalten hätte, das weiß ihr Frauchen nicht. Der versuchte Einbruch habe auf jeden Fall Spuren hinerlassen. Spuren der Beklemmung, der Angst. „Wenige Tage nach dem Einbruchversuch schlief ich schlecht. Normalerweise stehe ich dann kurz auf, gehe zum Beispiel in die Küche. In der Nacht blieb ich aus Angst liegen“, erzählt die 48-jährige Meppenerin. Sie streichelt ihrer Hündin über den Kopf. Gibt ihr ein Leckerli.

Bekannte denken über eigenen Hund nach

Die gab es am Morgen nach dem versuchten Einbruch zuhauf. „Jeder, der herkam, hat unseren Wachhund mit etwas belohnt.“ Der neunjährige Vierbeiner fand das natürlich klasse. Dass er einen kleinen Momo-Hype ausgelöst hat, weiß er nicht. Im Bekanntenkreis und in der Nachbarschaft sind die Hündin und ihre Reaktion auf jeden Fall Thema. „Viele, die sich sowie schon länger überlegen, einen Hund anzuschaffen, denken jetzt ernsthaft darüber nach.“ Auch mancher Nachbar in der Straße in Esterfeld, in der es etwa eine Woche vor dem Einbruchsversuch bei Momos Familie drei Häuser weiter zu einem Tageinbruch kam. Und selbst das Gebell der Hündin wollen zwei Bekannte aufnehmen, um es in Kombination mit einer Lichtschranke daheim als „Alarmanlage“ zu installieren.

Momos Besitzerin schmunzelt darüber. Sie ist sich aber sicher: „Der Hund ist wertvoller als jede elektrische Alarmanlage.“ Das habe ihr auch einer der Polizisten bestätigt. Ein Vierbeiner schrecke sehr wirkungsvoll ab.

Auch tagsüber wachsam

Und das im Fall von Momo nicht nur nachts. Auch tagsüber ist die Hündin wachsam. „Sie unterscheidet sehr, wer zum Beispiel auf unser Grundstück fährt. Sind es Fremde, bellt sie laut.“ Das geht so weit, dass sie nach dem Einzug neuer Nachbarn in der ersten Zeit gemeint habe, „auch das Areal beschützen zu müssen. Das war so nach dem Motto: Die gehören doch nicht hierher.“

Die Familie ist überzeugt, dass ihr Hund bei ungebetenem Besuch jederzeit wieder lautstark anschlagen „und vielleicht mit mehr reagieren“ würde. Wie in jener Nacht bei dem ungebetenen Eindringling.