Stapelfelder Fototage mit Emsländerin Orientierung im Bildertsunamie unserer Zeit

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Cloppenburg. Die Stapelfelder Fototage bieten optische Orientierung im Bildertsunamie unserer Zeit. Zum siebten Mal haben renommierte europäische Naturfotografen ihre Werke gezeigt. Erstmals mit dabei war mit Anika Börries auch eine gebürtige Emsländerin.

Die 37-jährige Umweltwissenschaftlerin hatte über viele Jahre an der Mittelradde auf dem Hümmling ein Wiesenvogelschutzprogramm betreut und dabei mit den Landwirten zusammengearbeitet. Seit 2007 hatte sie die Entwicklung der Natur dabei fotografisch begleitet und einen Teil ihrer Arbeiten jetzt erstmals einem großen Publikum präsentiert.

Börries zeigte Bilder von einer Landschaft im Wandel. Kraniche vor fahrenden Güllefässern und Windräder hinter großen Stallbauten, ein einsamer Kiebitz in einem Maisfeld: das erwarte man inzwischen von der Natur in den Landkreisen Emsland und Cloppenburg, zu dem das Vogelschutzgebiet Raddetal gehört, sagte Börries.

Und tatsächlich schreite die Veränderung der Natur zum Negativen durchaus immer schneller voran, der Artenreichtum gehe vielerorts verloren, auch in einem Vogelschutzgebiet, das auf eine 300-jährige Bewirtschaftung seiner Wiesen zurückblicken könne. Dabei seien die Landwirte nicht unbedingt Schuld an der Entwicklung, sondern oft selbst Opfer des Strukturwandels.

Trotz aller Veränderungen ist es Börries aber gelungen, noch Arten wie Uferschnepfe, Bekassine oder Brachvogel zu porträtieren und vor allem eine Landschaft zu zeigen, die durch die Bewirtschaftung des Menschen einst erst so artenreich geworden war.

Technische und andere Fragen

Mit ihrem Vortrag befand sich die gebürtige Emsländerin in einer Reihe namhafter Naturfotografen. Der finnische Fotograf Markus Varesvuo etwa hat seine Passion zur Perfektion getrieben und lebt davon, Vögel zu porträtieren.

Der Schotte Niall Benvie ist Fotograf und Autor und hat sich mit seiner ganz eigenen Bildersprache international einen Namen gemacht. Er schafft es, sich mit eigenen Konzepten Gehör zu verschaffen einer Zeit, in der Dank Handyfotos und sozialen Internetmedien ein wahrer „Tsunamie an Bildern“ über jeden Betrachter hereingebrochen sei. Sein Ziel: Mehr als zwei Sekunden Aufmerksamkeit.

Christoph Kaula hat die Wiederansiedlung das Habichtskauzes in Österreich als Forscher und Fotograf begleitet, Sebastian Hennigs zeigte Brandenburgs Tafelsilber aus der Natur. Libellenfotografie in Perfektion (Angelika Borkenstein, Reinhard Jödicke), Norwegens großartige Natur (Wenche Anita Larsen Dahle) oder das Naturerbe Goldenstedter Moor (Sandra Bartocha, Willi Rolfes) faszinierten die 250 Teilnehmer ebenso wie der Niederländer Michel Lucas mit seinen Moorfotos aus den Niederlanden und Belgien.

Zwischen den einzelnen Fotoblöcken der dreitägigen Veranstaltung bestand stets die Gelegenheit, sich in kleinen Gesprächsrunden mit den Fotografen über ihre Arbeit zu unterhalten. Dabei ging es oftmals um klassische Fragen der Fototechnik, nicht selten aber auch um notwendiges Rüstzeug wie Artenkenntnis und vor allem Geduld.

Zum Start der Fototage hatte Willi Rolfes, Initiator und Geschäftsführender Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld, seine neue Ausstellung „ daSein – Wie ein Baum “ eröffnet. In den Bäumen seiner norddeutschen Heimat hat Willi Rolfes der Symbolkraft des Baumes nachgespürt.

2019 findet die nächste Auflage der Fototage vom 15. bis 17. Februar statt.


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