Auftritt im Café Koppelschleuse Düster schöner Valentinssong bei Konzert von Line Bøgh in Meppen

Von Gerd Mecklenborg

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Mystische und zur Musik passende Bilder umhüllten die Sängerin Line Bøgh. Die Texte wurden in Echtzeit auf die Leinwand projiziert. Foto: Gerd MecklenborgMystische und zur Musik passende Bilder umhüllten die Sängerin Line Bøgh. Die Texte wurden in Echtzeit auf die Leinwand projiziert. Foto: Gerd Mecklenborg

Meppen. Ein im wahrsten Sinne außergewöhnliches Konzert haben die Gäste im Meppener Café Koppelschleuse erlebt. Zu Gast waren Line Bøgh und Christian Gundtoft aus Dänemark.

Es war ein Konzert zwischen Singer-Songwriter-Folk und anspruchsvollem Pop für das Ohr, aber auch eins mit eindrucksvoller Videokunst für das Auge. Line Bøgh und Christian Gundtoft hätten ein größeres Publikum verdient gehabt. Line, die Sängerin und Musikerin, Christian der Visual Artist. Was beide zusammen auf die kleine Bühne zaubern, hört und sieht man ganz selten.

Alle Lichter aus

Alle Lichter aus, heißt es dann auch zum Konzertauftakt, und in der Dunkelheit ist nur Line am Keyboard – umhüllt von einem Lichtrahmen hinter ihr auf der Leinwand – zu sehen. Einer ihrer ersten Songs handelt von Wut und Aggressivität, klingt aber warm und schön im musikalischen Kontrast, denn sie fragt dabei „Ist das nicht auch Liebe“, und nennt das Stück „Mein Valentinstagslied“.

Elektrofolk-Elfe

In all ihren Liedern, die dann folgen, gewährt die Kopenhagener Elektrofolk-Elfe tiefe Einblicke in ihren Gefühls- und Gedankenkosmos. Sie singt über ihre Erfahrungen bei einem Dating-Markt oder über kleine Tode beim Song „Die a Little Bit“, die durchlebt werden, wenn man Teile seines Ichs in einer Beziehung aufgibt. Bei ihren Liedern setzt Line Vocal-Loops, Laptop, Omnichord und Vocoder ein, was im Verlauf des Konzerts allerdings immer mal wieder zu kleinen Pannen führt. Aber diese Technik ist ein primärer Bestandteil ihrer Musik und erschafft eine einzigartige atmosphärische Klanglandschaft.

Ständchen zum Geburtstag

Während des gesamten Konzerts wird Line Bøgh von Christian Gundtoft, der die visuellen Effekte projiziert, im Hintergrund begleitet. Er hat an diesem Abend Geburtstag und bekommt natürlich ein Ständchen vom Publikum. Diese Verbindung von projizierter Zeichnung und Musik schafft im kleinen Café Koppelschleuse ein einzigartiges und intimes Konzerterlebnis.

In Song-Echtzeit kreiert Gundtoft Zeichnungen und Animationen und untermalt so die Musik und den Text des jeweiligen Songs. Ein ergreifendes Lied dabei: die Geschichte einer Beerdigung, denn Line singt in ihrer Heimat Kopenhagen auch bei Bestattungen in Kirchen. Und so kam es einmal vor, dass sie allein mit dem Bestatter in einer großen Kirche für einen Mann sang, der einsam in einem Kopenhagener Wohnblock gestorben war.

Aber Line kann auch lustig und spottete bei cool-witzigen Videosequenzen etwa über das Musik-Business. Nach einem wiederum traurig-schönen Lied gab es nach rhythmischem Applaus der Konzertbesucher als Dank für einen außergewöhnlichen Konzertabend natürlich noch eine Zugabe.


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