Graf lobt geringe Leerstandquote Jeder dritte Meppener Einzelhändler online unterwegs

Von Hermann-Josef Mammes

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Über Meppen als Einkaufsstadt diskutierten (von links) Wirtschaftsförderer Heinz Schöttmer, Bürgermeister Helmut Knurbein, IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf, Anke Schweda (IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Umwelt) sowie  Erster Stadtrat Bernd Ostermann. Foto: IHKÜber Meppen als Einkaufsstadt diskutierten (von links) Wirtschaftsförderer Heinz Schöttmer, Bürgermeister Helmut Knurbein, IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf, Anke Schweda (IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Umwelt) sowie Erster Stadtrat Bernd Ostermann. Foto: IHK

pm/ma Meppen. Der Online-Handel ist auch im Meppener Einzelhandel angekommen. Rund ein Drittel aller innerstädtischen Händler betreibt einen Onlineshop. Der Anteil der Meppener Unternehmen mit Internetpräsenz liegt bei fast 90 Prozent.

Auch die Breitbandversorgung in höheren Bandbreiten (> 30 Mbit/s) ist überwiegend gegeben. Das hat Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, bei einem Informationsbesuch im Meppener Rathaus gegenüber Bürgermeister Helmut Knurbein geäußert.

Zudem hatte die IHK die Nutzungsstruktur der Innenstadtimmobilien erhoben: Im Ergebnis liegt der Handelsbesatz in Meppen bei über 40 Prozent. Im Klartext. Über 40 Prozent der Meppener Immobilien in der Fußgängerzone beherbergen im Erdgeschoss Einzelhandelsgeschäfte. Die Leerstandsquote bezifferte Graf für gewerbliche Objekte auf „nur sechs Prozent“. Wie die IHK auf Anfrage sagte, umfasst das Untersuchungsgebiet die Meppener Fußgängerzone einschließlich der Bahnhofstraße mit der Meppener Einkaufspassage (MEP).

Wichtiger Handelsstandort

Die Kreisstadt des Emslandes gehöre damit zu den wichtigen Handelsstandorten im IHK-Bezirk. „Damit das so bleibt, müssen die Möglichkeiten digitaler Technologien mit den stationären Angeboten intelligent verknüpft werden“, sagte Knurbein während des Treffens. Dabei sehe die Branche in den kommenden Jahren große Umwälzungen auf sich zukommen.

Großer Nachholbedarf

Gleichzeitig verfügt nach Angaben von Graf über die Hälfte der von der IHK befragten regionalen Handelsunternehmen nach eigener Aussage noch über keine Digitalisierungsstrategie. Auch haben lediglich zwölf Prozent der Unternehmen ein Budget für Investitionen in die Digitalisierung. Als größte Hemmnisse wurden von den Betrieben Zeitmangel, erhöhter Schulungsbedarf sowie rechtliche Unsicherheiten genannt.

(Lesen Sie auch: Meppen bleibt freundlichste Einkaufsstadt Niedersachsens)

„Diese Ergebnisse belegen konkreten Handlungsbedarf“, so Graf. Eine Lösung sei ein neuer Ausbildungsberuf: Im August 2018 startet der neue Ausbildungsberuf „Kauffrau/-mann für E-Commerce“, von dem auch die Einzelhändler in der Region profitieren könnten. Graf kündigte an, dass die IHK die Digitalisierung des Einzelhandels in der Region in ihrem Projekt „Mittelzentren-Monitor“ aufgreifen werde. Ein solches Monitoring biete eine Grundlage sowohl für politisches Handeln als auch für Investitionsentscheidungen des Einzelhandels.


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