Mann aus Geeste verurteilt Geldstrafe wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie

Von Gerd Albers

Zu einer Geldstrafe von 10.500 Euro wurde ein Mann aus Geeste wegen Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt. Symbolfoto: dpaZu einer Geldstrafe von 10.500 Euro wurde ein Mann aus Geeste wegen Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt. Symbolfoto: dpa

Meppen. Das Amtsgericht Meppen hat einen 58-jährigen Mann aus Geeste zu einer Geldstrafe von 10.500 Euro wegen des Besitzes und der Weitergabe von kinderpornografischen Darstellungen verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hielt ihm vor, insgesamt 345 pornografische Darstellungen von Kindern auf seinen Endgeräten gespeichert und damit in Besitz gehabt zu haben. Weiterhin wurde ihm zur Last gelegt, in fünf Fällen derartige Bilder an Dritte weitergegeben zu haben. (Weiterelesen: Lkw-Fahrer nach Unfall auf E 233 zu Geldstrafe verurteilt)

Angeklagter bezeichnet Kinderpornos als Beifang

Der Angeklagte zeigte sich im Sinne der Anklage voll geständig und ließ über seinen Rechtsanwalt eine Erklärung abgeben. Demnach sei sein Mandant ein Sammler von pornografischen Darstellungen, die nicht gegen Gesetze verstießen. Von diesen Bildern habe er einige Tausend auf seinen Rechnern. Bei den 345 Darstellungen von Kindern verhalte es sich so, dass unter ihnen auch viele Mehrfach-Dateien gewesen seien, sodass sich dies die Anzahl der abgebildeten Kinder deutlich reduziere. Diese Bilder seien dem Angeklagten bei der hohen Zahl an Bildern durchgerutscht, er würde es als „Beifang“ bezeichnen.

Weitergabe nicht vernachlässigen

Hinsichtlich der Weitergabe verhalte es sich laut der Verteidigung anders. Es stehe fest, dass man diesen Sachverhalt nicht verharmlosen dürfe, auch wenn es sich nur um fünf Fälle gehandelt habe. Jeder einzelne sei zuviel. Sein Mandant wisse dies und bereue sein Handeln. (Mehr aus dem Amtsgericht Meppen: Bewährungsstrafe für Haselünner Versicherungsvermittler)

Der ermittelnde Polizeibeamte bestätigte, dass er anlässlich einer Durchsuchung beim Angeklagten zwischen Fünf und Zehntausend pornografische Darstellungen auf 27 verschiedenen Endgeräten gefunden habe. Er bestätigte, dass es sich bei den Bildern teilweise um Mehrfach-Darstellungen handelte. Dass fünf Dateien an Dritte weitergegeben worden sind, sei klar nachzuvollziehen, da die Empfänger teilweise auf die Bilder reagiert hätten. Eine Suche nach kinderpornografischen Bildern durch den Angeklagten, die auf eine pädophile Neigung hätten schließen lassen, habe er nicht ermitteln können.

Nicht vorbestraft

Ein Auszug aus dem Strafregister zeigte, dass der Angeklagte nicht vorbelastet ist. Diese Tatsache und sein Geständnis hielt der Staatsanwalt dem Angeklagten zu Gute. Er wies aber darauf hin, dass der Gesetzgeber für derartige Straftaten eine Freiheitsstrafe vorsehe. Dennoch glaube er, dass man bei diesem Fall von einer Freiheitsstrafe absehen und auf eine Geldstrafe reduzieren könne.

27 Endgeräte eingezogen

Allein die Weitergabe auch nur eines Bildes könne für die Opfer ein lebenslanges Trauma bedeuten, da diese Darstellungen nie wieder aus dem Internet verschwenden. Eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 70 Euro (10.500 Euro) halte er daher für angemessen. Außerdem sollen die 27 Endgeräte, die als Tatmittel dienten, eingezogen werden.

Der Verteidiger konnte die Ausführungen des Staatsanwaltes nachvollziehen und bat um eine nicht ganz so hohe Geldstrafe. Der Strafrichter schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft an und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 10.500 Euro, die Endgeräte wurden eingezogen und der Angeklagte hat die Kosten des Verfahrens zu tragen.