Über 80.000 Euro veruntreut Bewährungsstrafe für Haselünner Versicherungsvermittler

Von Harry de Winter

Wegen gewerbsmäßiger Untreue musste sich am Mittwoch ein Haselünner vor dem Amtsgericht Meppen verantworten. Durch insgesamt 39 Taten entstand ein Schaden von über 80.000 Euro. Nur knapp entging der Mann einer Haftstrafe. Symbolfoto: Foto: Jens Kalaene/dpaWegen gewerbsmäßiger Untreue musste sich am Mittwoch ein Haselünner vor dem Amtsgericht Meppen verantworten. Durch insgesamt 39 Taten entstand ein Schaden von über 80.000 Euro. Nur knapp entging der Mann einer Haftstrafe. Symbolfoto: Foto: Jens Kalaene/dpa

Meppen. Wegen gewerbsmäßiger Untreue musste sich am Mittwoch ein Haselünner vor dem Amtsgericht Meppen verantworten. Durch insgesamt 39 Taten entstand ein Schaden von über 80.000 Euro. Nur knapp entging der Mann einer Haftstrafe.

Dem 53-Jährigen aus Haselünne wurde vorgeworfen, im Zeitraum vom Januar 2012 bis zum September 2014 in seiner Tätigkeit als selbstständiger Versicherungsvermittler in 39 Fällen Schäden bei Kunden erfunden, zu hohe Regulierungen gezahlt oder unberechtigte Zusatzzahlungen zu bereits regulierten Schäden geleistet zu haben. Die Summen blieben immer unter 3000 Euro, da der Haselünner bis zu dieser Schadenshöhe selbst entscheiden konnte. Das Geld wurde dann entweder auf sein eigenes Konto, das von seiner Frau oder von Bekannten überwiesen und ausgegeben. Bei zu hohen Buchungen bei Versicherungskunden ließ er sich teilweise den Übertrag in Bar von ihnen auszahlen. Insgesamt summierte sich der Schaden für die Versicherung auf über 80.000 Euro.

Lange unbemerkt

Es dauerte fast drei Jahre, bis ihm die Versicherung, für die er tätig war, auf die Schliche kam. Vor Gericht zeigte der 53-Jährige Reue für sein Handeln. „Es war eine große Dummheit, die ich da gemacht habe“, sagte er. „Das Ganze tut mir sehr leid und ich stehe dafür gerade.“ Tatsächlich hatte der Haselünner vorab alle Tatvorwürfe zugegeben und ersparte dem Gericht damit einen aufwendigen Prozess. Weiter legte er ein notarielles Schuldanerkenntnis vor. Durch eine Rückversicherung des Angeklagten waren bereits die entstandenen Schäden bei der betroffenen Versicherung mit einer Zahlung von 125.000 Euro beglichen und entschädigt. Die Rückversicherung forderte allerdings das gezahlte Geld vom Haselünner wieder ein, wovon er bereits 25.000 Euro in monatlichen Raten getilgt hatte.

Bewährungsstrafe angemessen

Der Staatsanwalt ging in seinem Plädoyer zunächst auf die positiven Aspekte ein. „Der Angeklagte hat ein umfassendes Geständnis abgelegt, ist um Schadensersatz bemüht und zahlt monatlich seine Schulden zurück. Weiter hat er keine Vorstrafen.“ Zudem sei der Tatzeitraum schon einige Jahre her. Fraglich sei für ihn aber, warum das Handeln des Angeklagten über zweieinhalb Jahre vom Versicherungskonzern unbemerkt geblieben war. Zumal es sich oft um die selben Kontodaten gehandelt habe. Es sei dem 53-Jährigen so sehr leicht gemacht worden. „In Ihrem Fall würde ich von einer Gefängnisstrafe absehen und eine Haftstrafe von zwei Jahren, die zu einer Bewährungsdauer von drei Jahren ausgesetzt wird, der Schuld für angemessen halten“, so die Forderung des Staatsanwalts. Die Verteidigung hatte dem nicht mehr viel hinzuzufügen.

Gefängnisstrafe nicht sinnvoll

Das Schöffengericht entsprach in seinem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Eine Gefängnisstrafe sei nicht im Sinne der Gläubiger, da der Angeklagte in Haft kein Einkommen mehr hätte und so die Schulden nicht zurückzahlen könne.

Das Urteil wird binnen einer Woche rechtskräftig.