Immense Insekten-Variationen Tuschezeichnungen von Vera Kattler in Koppelschleuse Meppen

Von Iris Kroehnert


Meppen. Im Kunstzentrum Koppelschleuse ist bis zum Sonntag, 25. März die außergewöhnliche Ausstellung „Vom Sammeln des Flügelschlags“ zu sehen. Der Meppener Kunstkreis präsentiert im Kunstzentrum Koppelschleuse Werke der Saarländer Künstlerin Vera Kattler.

Beim Betrachten der auf DIN A 5 recht handlichen und ein wenig farbigen Tuschezeichnungen fallen zunächst einmal Insekten in ungezählten Variationen auf. Erst beim zweiten Blick wird ersichtlich, dass sich hier nicht etwa eine Insektensammlerin ein Karteiwerk angelegt hat, sondern dass eine Künstlerin geflügelte Wesen zumeist in dunkler Tusche auf reinweißes Papier gebracht hat. Bei der Eröffnung der Ausstellung stellte die Künstlerin klar, dass es ihr keineswegs um die biologisch-wissenschaftliche Darstellung von Insekten geht. Allerdings sei ihr die genaue Beobachtung der Natur nicht nur wichtig, sondern selbstverständlich. „Aber um reine Naturstudien handelt es sich bei dieser großen Serie nicht“, betont sie. (Weiterlesen: Neujahrsempfang des Meppener Kunstkreises)

Mit Feder und Pinsel

Ihre Insekten bringt Kattler wahlweise mit Feder und Pinsel zu Papier. Keineswegs ist das Wasser, das sie benutzt, immer klar, um Pinsel und Papier zu befeuchten. Manchmal sind es Farbreste von vorangegangenen Arbeiten, die dem neuen Werk eine besondere Note verleihen, doch können auch etwas Rotwein, Tee oder Kaffee für eine spezifische Farbigkeit sorgen. Gern setzt die Künstlerin auch Meerwasser ein, das sie sich von der Nord- oder Ostsee mit ins Atelier bringt.

Ergebnis unkalkulierbar

Die wasserlösliche Farbe darf sich bei Vera Kattler auf dem Papier frei entfalten. Erst beim Trocknungsprozess verändern sich die Linien, Punkte und Flecken. „Das Endergebnis ist für mich unkalkulierbar“, sagt die Künstlerin über ihre Arbeit. Erst dann gibt sie mit schwarzer Ausziehtusche ihren Wesen Fühler und Beinchen und macht sie zu Insekten. Das verbindende Element ihrer immensen Insekten-Variationen sind die Flügel. Daraus leitet sich auch der Ausstellungstitel „Vom Sammeln des Flügelschlags“ ab. (Eine Übersicht über das Programm 2018 des Kunstkreises Koppelschleuse finden Sie hier)

Japanische Gedichttechnik

Ergänzt wird die Ausstellung durch von Kattler selbst geschriebene Lyrik, die sich an die traditionelle japanische Gedichtform anlehnt. Auch bei dieser bedient sich die Künstlerin einer klar definierten Technik. In das Werk der Künstlerin führt bei der Vernissage Ulla Kleinlosen, die Vorsitzende des Meppener Kunstkreises, ein. Sie sagt: „Ein Blatt im DIN A 5-Format ist beinahe eine Miniaturmalerei, aber in einer 1000-fachen Serie kann man damit eine Wandfläche von über 31 Quadratmetern bestücken.“

Die Ausstellung wird gefördert durch die Emsländische Landschaft mit Mitteln des Landes Niedersachsen. Die Patenschaft und Organisation der Ausstellung hat die Meppener Künstlerin Mecky Mattern übernommen. Öffnungszeiten: dienstags, donnerstags und samstags 14.30 bis 17 Uhr sowie sonntags 11 bis 17 Uhr.