Hermann Kemper ausgezeichnet Niedersächsisches Verdienstkreuz für Arbeit an der Freilichtbühne Meppen

Von Konstantin Stumpe


Meppen. Das Verdienstkreuz am Bande des niedersächsischen Verdienstordens hat Hermann Kemper für 57 Jahre ehrenamtliches Engagement an der Freilichtbühne Meppen erhalten. In einer Feierstunde im Ratssaal der Stadt Meppen überreichte Landrat Reinhard Winter dem 71-Jährigen die Anstecknadel.

„Dass wir uns hier an einem öffentlichen Ort wie dem Ratssaal zusammengefunden haben, erinnert an die Arbeit Kempers“, sagte Winter. Denn auch er habe sich mit seinem Engagement für die Freilichtbühne in den Dienst der Gesellschaft gestellt. „Herr Kemper, ich ziehe den Hut vor Ihnen“, so der Landrat.

Erst Schauspieler, dann Organisator

Kemper kam 1960 zur Freilichtbühne und stand bis zum Jahr 1984 in mehr als 15 Inszenierungen des plattdeutschen Theaters auf der Bühne. Anschließend kamen in jedem Sommer zahlreiche Rollen bei Theaterstücken und Musical-Produktionen der Freilichtbühne hinzu. Leidenschaftlich engagierte sich der 71-Jährige aber nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne. 1976 stieg er in die Vorstandsarbeit der Freilichtbühne ein und übernahm im Jahr 2001 dessen Vorsitz. 2005 gab er diese Position wieder ab, wegen seiner großen Verdienste in der fast 30 Jahre dauernden Vorstandsarbeit erklärte ihn dieser zum Ehrenvorsitzenden.

„Sie waren Motor zahlreicher baulicher Umgestaltungen des Bühnengeländes “, würdigte der Landrat Kempers Arbeit. Hilfreich seien ihm dabei seine berufliche Erfahrung als Mitarbeiter des Bauamtes in Meppen und Leiter des Bauamtes in Haren gewesen.

Einsatz für Schauspieler

Auch überregional engagierte sich Kemper für die Belange der Freilichtbühne Meppen. Er vertrat ihre Interessen im Verband Deutscher Freilichtbühnen in der Region Nord, saß von 2003 bis 2016 der Arbeitsgemeinschaft der 19 niedersächsischen Freilichtbühnen vor und erhielt anschließend ebenfalls den Ehrenvorsitz. Als „ganz wichtigen Einschnitt“ bezeichnete Reinhard Winter Kempers Erfolge im Ringen mit dem Niedersächsichen Kultusministerium. So sei er maßgeblich an den Verhandlungen mit der Künstlersozialkasse beteiligt gewesen, die zur Gründung einer Ausgleichsvereinigung führte. Diese bedeutet viele Vorteile für die Schauspieler. (Weiterlesen: Darsteller für Musical Adams Family gesucht)

Geschenk zum Ehrentag

Ein kleines Geschenk hatte sich der Landrat extra für den Ehrentag von Hermann Kemper aufgehoben. Der Landkreis wolle, vorbehaltlich der Zustimmung durch den Kulturausschuss am 6. März, die Zuschüsse für alle Theatergemeinden, darunter auch die Freilichtbühne, von jetzt 16000 auf 25000 Euro pro Jahr erhöhen. „Das Emsland hat keine Staatstheater oder Landesmuseen, dennoch verfügen wir über eine facettenreiche Kulturlandschaft, die müssen wir fördern“, begründete Winter. (Weiterlesen: Landkreis Emsland investiert 99 Millionen Euro)

Am Ticketschalter

Ohne das Engagement der Bürger sei das jedoch nicht möglich. Daher habe der Landkreis den Vorschlag von Reinhard Jansen, Ehrenpräsident des Verbands Deutscher Freilichtbühnen, Hermann Kemper das Verdienstkreuz zu verleihen, vorbehaltlos unterstützt. Winter würdigte in diesem Zuge auch die kleinen Taten Kempers: „Sie sind überall eingesprungen, wo Not am Mann war. Selbst die Einlasskontrollen haben Sie durchgeführt.“

Selbstloser Ehrenträger

Von dem Vorschlag hatte Kemper selbst jedoch zunächst nichts geahnt. Erst als im November 2017 ein Brief der Niedersächsichen Staatskanzlei ins Haus flatterte, erfuhr er von der Ehrung. „Meine Frau hat mich erst gefragt, ob ich geblitzt worden bin“, erinnerte sich Kemper.

Seine Leistungen stellte er jedoch in den Schatten der großen Hilfe aller Ehrenamtlichen an der Freilichtbühne. „Ich wurde immer von den vielen Beteiligten unterstützt“, sagte der 71-Jährige. Für ihn selbst soll noch lange nicht Schluss sein an der Bühne. „Ich werde weiterhin aktiv sein, nicht in der ersten Reihe, aber im Hintergrund in der Organisation, so lange wie es geht“, versprach der Ordensträger.