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09.02.2018, 17:04 Uhr KOMMENTAR

Verkehrschaos durch überfürsorgliche Eltern

Kommentar von Harry de Winter

Immer mehr Eltern kutschieren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, obwohl oft der Schulweg nicht lang ist. Diese sogenannten „Elterntaxis“ sorgen für Verkehrschaos vor vielen Bildungseinrichtungen. Foto: Harry de WinterImmer mehr Eltern kutschieren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, obwohl oft der Schulweg nicht lang ist. Diese sogenannten „Elterntaxis“ sorgen für Verkehrschaos vor vielen Bildungseinrichtungen. Foto: Harry de Winter

Meppen. Immer mehr Eltern kutschieren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, obwohl oft der Schulweg nicht lang ist. Diese sogenannten „Elterntaxis“ sorgen für Verkehrschaos vor vielen Bildungseinrichtungen. Ein Kommentar.

Die Kinder morgens zur Schule zu bringen und mittags wieder abzuholen, ist eigentlich nichts verwerfliches – wenn das Wetter schlecht ist. Schließlich will man seinen Schützling nicht durch Regen oder über eisglatte Radwege fahren lassen. Doch der Schulweg wird auch bei Sonnenschein von den Kleinen immer seltener mit dem Drahtesel angetreten. Viele Eltern wittern zu viele Gefahren außerhalb der eigenen vier Wände für ihr Kind und bringen es lieber Tag für Tag mit dem Auto zur Schule. Vor den Schulen bricht deshalb zu Stoßzeiten Verkehrschaos aus. Halteverbote vor den Bildungseinrichtungen werden auf den Zufahrtsstraßen von Autofahrern ignoriert, Gehwege als Parkflächen umfunktioniert. Wäre das Schulgelände nicht eingezäunt, würden einige sicherlich über den Schulhof direkt vor die Eingangstür fahren.

Die Konsequenzen daraus: Die Kinder werden ihrer Selbstständigkeit beraubt, ihnen fehlt Bewegung und die Entwicklung des Orientierungssinns leidet. Zudem droht durch die ganzen „Elterntaxis“ eine neue Gefahr: Dass Kinder, die den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad antreten, durch ein künstlich erzeugtes Verkehrschaos überrollt werden.


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