Autoverkehr eine Gefahr für Kinder „Elterntaxis“ sorgen für Chaos vor Schulen in Meppen

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Verkehrschaos herrscht morgens und mittags vor der Marienschule in Meppen wegen der vielen „Elterntaxis“. Harry de WinterVerkehrschaos herrscht morgens und mittags vor der Marienschule in Meppen wegen der vielen „Elterntaxis“. Harry de Winter

Meppen. Gründe, aus denen Eltern ihre Kinder mit dem Auto zu Schule bringen, gibt es viele. In Meppen geht es zwei Mal am Tag vor den Grundschulen verkehrstechnisch teilweise hoch her. Manchmal spielen sich chaotische Szenen ab. Zwei Schulleiterinnen aus Meppen berichten über die Situation und die Nachteile des Kutschierens.

Auf dem Gehweg wenden, parken im absoluten Halteverbot und andere Verkehrsverstöße kann man regelmäßig morgens und mittags vor den Grundschulen in Meppen beobachten. Was von den Eltern eigentlich nur gut gemeint ist, stellt zum Teil eine Gefahr für die Kinder da. „Es gibt Eltern, die ihre Schützlinge am liebsten bis in die Schule reinfahren würden“, sagt die Schulleiterin der Marienschule Meppen, Beate Pophanken. „Vielen fällt es schwer, die Kinder alleine gehen zu lassen. Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass die Kleinen selbstständig zur Schule gehen sollen – mit wenig Erfolg.“

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Selbstständigkeit geht verloren

Das größte Problem an der Sache sei aber, dass den Kindern die Selbstständigkeit genommen werde, sagen Pophanken wie auch Marion Rednik, kommissarische Leiterin der der Johannes-Gutenberg-Schule. Zum Teil würden die Grundschüler den Schulweg nicht mehr kennen und hätten große Schwierigkeiten sich zu orientieren. Das Eltern sie in einer gewissen Anfangszeit begleiten und sie auf Gefahren und besondere Begebenheiten aufmerksam machten, sei zu begrüßen. Doch danach müsse Schluss sein. In einem extremen Fall hatte Pophanken einem Viertklässler als Hausaufgabe aufgegeben, den Heimweg von der Schule herauszufinden, den er bislang nicht kannte.

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Bewegungsmangel

Weiter schlägt die Schulleiterin vor, dass die Schüler der ersten und zweiten Klassen zu Fuß zu Schule gehen sollten. Nach einer Übergangszeit sollten sie dies auch ohne Erwachsene in Gruppen bewerkstelligen können. Die Dritt- und Viertklässler könnten nach der bestandenen Radfahrprüfung mit dem Rad zur Schule fahren. Das „Elterntaxi“ sollte immer nur die Ausnahme sein. Nicht nur die Selbstständigkeit und der Orientierungssinn blieben durch das Kutschieren auf der Strecke, sondern auch die Bewegung des Kindes. „Schüler, die mit dem Rad zu Schule kommen, sind im Unterricht fitter und aufnahmefähiger“, erklärt Rednik. Außerdem sei es gesund, sich morgens frischen Wind um die Nase wehen zu lassen.

Straßenverkehrsordnung gilt auch für „Elterntaxis“

Eine Bannmeile, also ein autofreier Bereich rund um die Schule, wurde an beiden Bildungseinrichtungen diskutiert, aber als nicht machbar angesehen. Gerade rund um die Marienschule, die im Wohngebiet Esterfeld liegt, gebe es dafür keine Möglichkeiten. Bei der Johannes-Gutenberg-Schule in Nödike sehe es ähnlich aus, sagen die Schulleiterinnen.

Die Polizei erklärte auf Nachfrage, dass die Eltern bei allem guten Willen gegenüber ihren Kindern nicht die Straßenverkehrsordnung vergessen dürften. Absolute Halteverbote würden nun mal auch für „Elterntaxis“ gelten. Schon öfter habe man Verwarnungsgelder verhängen müssen. Die meisten Mütter und Väter seien aber einsichtig und hielten sich an die Regeln. „Für alle anderen Maßnahmen rund um die Schule ist die Polizei aber nicht zuständig“, sagt Polizeisprecher Dennis Dickebohm. „Das ist die Aufgabe der Schulträger.“


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