Besserer Schutz vor den Fluten Hochwasserpartnerschaft Hase zieht Zwischenbilanz


Essen (Oldenburg). Der Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Hase soll verbessert werden. Nach eineinhalb Jahren Arbeit haben die Partner Bilanz gezogen.

Katrin Flasche, Geschäftsführerin der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N., berichtete bei der Pressekonferenz in Essen (Oldenburg) über die „Erarbeitung eines einzugsgebietsbezogenen Hochwasserschutzkonzeptes für das Einzugsgebiet der Hase“. Die Ingenieurin sprach von der Entschließung vom 15. Januar 2014, mit der der Landtag die Landesregierung auffordert, interkommunale Zusammenarbeit beim Hochwasserschutz zu fördern. Zum 1. Januar 2016 wurde das Projekt „Kommunale InfoBörse Hochwasservorsorge“ bei der U.A.N. mit finanzieller Unterstützung des niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz ins Leben gerufen. Betreut durch die U.A.N sind Hochwasserpartnerschaften an der Hase, Aller und oberen Ilmenau entstanden. „Gerade vor dem Hintergrund, dass es keinen 100-prozentigen Schutz vor Hochwasser gibt, ist die von vielen Akteuren getragene Hochwasservorsorge so wichtig,“ sagte Flasche.

Dieter Müller, Baudezernent der Stadt Meppen, stellte in seiner Eigenschaft als Maßnahmenträger die Stationen der gemeinsamen Arbeit vor. 2015 habe es erste Überlegungen zu einer überregionalen Hochwasservorsorge gegeben, die Gründung der Hochwasserpartnerschaft Hase erfolgte im Frühsommer 2016, derzeit gehören ihr 32 Kommunen aus an. Für die Erarbeitung von Konzepten wurde die Planungsgemeinschaft Sönnichsen & Partner, Minden und UIH Ingenieur- und Planungsbüro, Höxter engagiert. Es gehe um einen integrativen Ansatz mit den Belangen des Umwelt- und Naturschutzes, der Landschaftspflege, Gewässerentwicklung und Naherholung. Nicht erst den ausufernden Fluten gelte das Interesse, sondern bereits dem Entstehungsort des Hochwassergeschehens. Es sollte darum gehen, der Hase und den zuleitenden Gewässern mehr Raum zu geben, damit das Wasser langsam und kontrolliert abfließen kann.

Förderung

Im Frühjahr 2017 fanden die Auftaktinformationsveranstaltungen statt, bei denen die Hochwasserpartner, die Träger öffentlicher Belange und sonstigen Akteure im Einzugsgebiet informiert wurden. Das Vorhaben erhält eine 80-prozentige-Bezuschussung des Landes Niedersachsen unter Beteiligung der EU aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER). Beratend unterstützt wird die Hochwasserpartnerschaft Hase von der U.A.N. und vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Geschäftsführer Norbert Weinert, Sönnichsen & Partner, stellte für die Arbeitsgemeinschaft der Ingenieurbüros den Stand der Erarbeitung des Hochwasserschutzkonzeptes vor. Die intensive Datenauswertung, eine Bereisung des Einzugsgebietes und der persönliche Austausch mit den Partnerkommunen bilden die Grundlage. Neben den Möglichkeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in den einzelnen Kommunen liegt ein besonderes Augenmerk auf den dezentralen Möglichkeiten zur Verminderung von Wasserabfluss und zur Retention von Hochwasser.