„Weiße Flecken“ verschwinden Breitband-Ausbau im Emsland startet Ende März

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Für viele Internetnutzer hat das Warten im und auf das Internet bald ein Ende: Nach Auskunft der Unternehmen innogy und Deutsche Telekom startet der Ausbau des Glasfasernetzes Ende März.  Foto: Peter Kneffel/dpaFür viele Internetnutzer hat das Warten im und auf das Internet bald ein Ende: Nach Auskunft der Unternehmen innogy und Deutsche Telekom startet der Ausbau des Glasfasernetzes Ende März. Foto: Peter Kneffel/dpa

Meppen . Für viele Internetnutzer hat das Warten im und auf das Internet bald ein Ende: Nach Auskunft der Unternehmen innogy und Deutsche Telekom startet der Ausbau des Glasfasernetzes Ende März.

Das haben Vertreter der beiden Firmen dem Ausschuss für Kreisentwicklung mitgeteilt. Hintergrund ist nach Angaben von Kreisdezernent Michael Steffens die Förderung des Ausbaus von bislang unterversorgten Regionen, sogenannten „weißen Flecken“, durch den Bund, also jenen Gebieten, in denen das Internet bislang langsamer ist als 30 Megabit pro Sekunde und in denen sich ein Ausbau aufgrund einer Wirtschaftlichkeitslücke nicht lohnt und auch nicht lohnen wird.

Der Landkreis Emsland hatte 2016 Förderanträge für drei Teilbereiche des Landkreises gestellt um diese Wirtschaftlichkeitslücke auszugleichen und war damit berücksichtigt worden. Nun fließen 59 Millionen Euro in den Ausbau des schnellen Internets, aufgeteilt auf die beiden Unternehmen. Im Norden wird die Telekom aktiv, in der Mitte und im Süden innogy TelNet – so weit war der Sachstand bekannt.

59 Millionen Euro

Nun aber wird es konkret: Der Landkreis hat die beiden Unternehmen mit der Durchführung des Ausbaus beauftragt und Ende März wird dieser beginnen. Das berichteten Carsten Wedy und Ludger Brüffler, bei innogy (einstmals RWE) für den Ausbau verantwortlich. Innogy wird im mittleren Emsland 5000 und im südlichen 4000 Anschlüsse bauen und zwar durchweg Glasfaser bis ins Haus – genannt FTTB (Fibre tot he building). Notwendig ist dafür emslandweit die Verlegung von 1900 Kilometern Lehrrohren, die Ende März an mehreren Orten des innogy-Ausbaugebietes gleichzeitig beginnen wird.

„Wir werden dann die Standorte nach einem genauen Zeitplan abarbeiten“, sagte Carsten Wedy. Nach Angaben von Michael Steffens soll Mitte 2019 alles fertig sein. Wichtig ist: Wer angeschlossen werden möchte, muss schriftlich sein Einverständnis erklären. Deshalb wird in den kommenden 14 Tagen ein Schreiben des Landkreises verschickt, dem eine Einverständniserklärung beigefügt ist. Das gilt auch für die Gebiete im Norden, in denen die Telekom ausbaut.

Mindestens 30 MBit/s

Diese wird allerdings das Glasfaserkabel nicht bis in alle Haushalte verlegen, sondern Teile mit der sogenannten Vectoring-Technik erschließen. Das bedeutet, dass auf den letzten Metern das vorhandene Kupferkabel genutzt und dieses nicht durch Glasfaser ersetzt werden soll. Das ist laut Ausschreibungsanforderungen möglich und der schwierigeren Ausbausituation im Norden geschuldet. Auf kritische Nachfrage von Marion Terhalle (FDP) sagte Michael Steffens, es sei kein Anbieter bereit gewesen, zu den ausgeschriebenen Bedingungen komplett FTTB zu verlegen. „Das war wirtschaftlich nicht darstellbar “.

Dennoch werden 90 Prozent der Haushalte mindestens 30 MBit/s im Download und 85 Prozent 50 MBit/s erhalten. Gewerbegebiete mit erhöhtem Bedarf sollen 1 GBit/s bekommen. Im Norden wird die Telekom 6115 Haushalte bzw. Firmen anschließen und nach Angaben von Uwe Ingenhaag und Klaus Karneth im April beginnen.

Beide Unternehmen haben über Rahmenverträge Tiefbauunternehmen an sich gebunden, die dann in zum Teil innovativen Verfahren die Verlegung der Kabel übernehmen. Denn bundesweit explodiert dank der Fördermaßnahmen im Breitbandbereich die Nachfrage nach Tiefbauarbeiten – dem Stadt im Emsland stehe aber nichts im Wege, hieß es.

Anschreiben folgen

Innogy hat in Freren und Meppen Beratungsbüros eingerichtet, die Telekom berät in allen bisher vorhandenen Unternehmensvertretungen. Allerdings seien noch nicht alle Ausbaugebiete in den digitalen Abfragen hinterlegt, sodass es derzeit noch zu Irritationen kommen könne, wenn jemand online abfrage, ob seine Straße ausgebaut werde. Das werde in den kommenden Wochen geändert.

Wichtig für Haushalte: Ohne Einverständniserklärung wird nicht gebaut. Außerdem ist niemand verpflichtet, später auch Verträge mit den ausbauenden Unternehmen abzuschließen, da es sich um einen sogenannte open access-Ausbau handelt. Jeder kann, aber er muss nicht. Innogy und Telekom stellen zunächst nur die Infrastruktur, werden aber Angebote für die spätere Versorgung machen. Kreisverwaltung und Unternehmen wollen fortlaufend informieren, auch durch Vertreter an der Haustür.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN