Der Weg zur Fairtrade-Stadt Projekttage an der Anne-Frank-Schule Meppen

Von Luisa Herbers und Maike Lobert

Fair gehandelte Getränke durfte Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein probieren. Foto: Maike LobertFair gehandelte Getränke durfte Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein probieren. Foto: Maike Lobert

Meppen. Die Stadt Meppen ist auf dem Weg, eine Fairtrade-Stadt zu werden und den Blick auf fair gehandelte Waren zu legen. Jetzt haben sich die Schüler der Anne-Frank-Schule mit dem Thema befasst.

Vor gut drei Jahren hatte sich der Rat der Kreisstadt dafür ausgesprochen, sich um das Label beim Verein Trans-Fair Deutschland zu bewerben. Die Kampagne „Fairtrade-Towns“ startete im Januar 2000 in Großbritannien. Deutschland reihte sich 2009 in den Reigen ein. In über 26 Ländern weltweit tragen heute rund 2000 Städte diesen Titel.

Fünf Kriterien gilt es dafür zu erfüllen: Ratsbeschluss zur Teilnahme, Bildung einer lokalen Steuerungsgruppe, Verwendung von Fairtrade-Produkten in Einzelhandel und Gaststätten, Verwendung von Fairtrade-Produkten in Schulen, Vereinen und Kirchen sowie Medienberichte über alle Aktivitäten auf dem Weg zur Fairtrade-Town. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte jetzt Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein anlässlich eines Termins in der Anne-Frank-Schule. Die Schüler und Lehrer der Einrichtung hatten sich zuvor intensiv mit dem Thema beschäftigt und präsentierten nun dem Stadtoberhaupt die Ergebnisse.

Mehrere Themen hatten die Schüler dabei zur Auswahl, hatten vorher den Kontinent Afrika betrachtet, besuchten den Weltladen, inspizierten fair gehandelte Baumwolle und diskutierten über den weltweiten Handel. Aber auch Themen wie fair gehandelte Handys oder Schokolade standen auf dem Programm. Viele Schüler zeigten sich dabei überrascht von der Vielfalt an Waren. Lehrer Carsten Keetz, Initiator de Projekttage an der Anne-Frank-Schule zeigte sich deshalb auch im Anschluss zufrieden mit den Ergebnissen: „Die Vielfalt von Fairtrade-Produkten war den Schülern nicht bewusst. Deshalb ist es wichtig, darauf hinzuweisen.“

Auch Katharina Knopp vom Weltladen Meppen freute sich über das Engagement der jungen Menschen. Sie zeigt den Schülern beim Besuch der Einrichtung auf, dass Spenden allein nicht helfen, sondern die Menschen an den Ursachen arbeiten müssten, beispielsweise beim Einkauf von Waren. „Für mich machen 20 Cent mehr nicht viel aus, aber für andere kann das eine große Bedeutung haben“, erklärte sie den Jugendlichen. Schüler des Jahrgangs 10 hatten unterdessen mithilfe des Schulassistenten einen Film zur Dokumentation der Projekttage gedreht, andere Schüler nahmen an Diskussionsrunden teil, nachdem sie versuchten, sich in die Situation der Kinder aus ärmeren Ländern hinein zu versetzten. „Wir wollen uns das Zertifikat nicht einfach so an die Wand hängen, wir müssen das Ganze leben. Es ist unsere Aufgabe, das Thema Fairtrade an die Öffentlichkeit zu bringen“, freute sich daher Bürgermeister Knurbein über das Engagement der Schule. Er ist sich sicher, dass solche Projekte das Bewusstsein für den fairen Handel bewusst machen.