Mehr Qualität der Ausrüstung Tagung in Meppen zur Sicherheit der Feuerwehr

Von Lambert Brand

Die Feuerwehr-Sicherheitsbeauftragten im Emsland haben sich in Meppen versammelt, von links: Landkreis-Dezernent Marc-André Burgdorf, die stellvertretenden Abschnittsleiter, Alois Wilmes und Hans-Bernd Ahlers, Referent Marcus Bätge, die Fachbereichsleiter „Sicherheit“, Markus Heller und Günter Maue sowie den Vertreter der Feuerwehr-Unfallkasse, Claas Schröder. Foto: Lambert BrandDie Feuerwehr-Sicherheitsbeauftragten im Emsland haben sich in Meppen versammelt, von links: Landkreis-Dezernent Marc-André Burgdorf, die stellvertretenden Abschnittsleiter, Alois Wilmes und Hans-Bernd Ahlers, Referent Marcus Bätge, die Fachbereichsleiter „Sicherheit“, Markus Heller und Günter Maue sowie den Vertreter der Feuerwehr-Unfallkasse, Claas Schröder. Foto: Lambert Brand

Meppen. Um die Sicherheit von Feuerwehrleuten im Einsatz ging es bei einer Informationstagung in Meppen. Bei der Beschaffung soll mehr auf die Qualität der Ausrüstung geachtet werden.

Die Sicherheitsbeauftragten der emsländischen Feuerwehren und die Fachbereichsleiter „Sicherheit“ beim Landkreis Emsland, Markus Heller und Günter Maue holten sich Auskunft über neue Entwicklungen. Auf die Wichtigkeit der Sicherheit in der Feuerwehrarbeit wies der Dezernent des Landkreises, Marc-André Burgdorf, hin. Die Fachbereichsleiter Heller und Maue betonten, dass angesichts ständig wachsender Herausforderungen das Thema Sicherheit einen immer größeren Stellenwert einnehme. Dem neu aufgebauten Netzwerk der Sicherheitsbeauftragten sei es zu verdanken, dass Führungskräfte in den Feuerwehren von der Unterstützung der Sicherheitsbeauftragten profitierten. Markus Heller aus Sögel, der den Norden des Emslandes betreut, wird in diesem Jahr sein Amt abgeben, da er zusätzlich als stellvertretender Ortsbrandmeister tätig ist. Heller hob hervor, dass man gemeinsam in den letzten Jahren wichtige Aufgabenstellungen umsetzen konnte. Sein Nachfolger wird Ralf Sievers aus Dörpen.

Claas Schröder von der Feuerwehr-Unfallkasse (FUK) Niedersachsen machte die Tagungsteilnehmer mit Neuerungen aus dem Bereich „Ausrüstung“ und den Einsatzvoraussetzungen bei Atemschutzgeräteträgern vertraut. Eindringlich warnte Schröder davor, bei der Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) nur auf den Anschaffungspreis zu achten. Die vorschriftsmäßige PSA sei Hightech und an definierte Anforderungen gebunden. Zeugwarte der Feuerwehren und für die Beschaffung zuständige Mitarbeiter der Kommunen müssten sich mit dieser Thematik eingehend auseinandersetzen.

Neben regulatorischen Änderungen befasste sich Schröder mit den Ausbildungsvoraussetzungen und der Schutzausrüstung beim Einsatz der Motorsägen. Hier gebe es keine Toleranzen bei der Auswahl der vorgeschriebenen und damit sicheren Materialien.

Im Atemschutzeinsatz könne der Rundumnackenschutz (Hollandtücher) als Alternative zu den Feuerschutzhauben getragen werden. Das Tragen von Feuerschutzhaube und Hollandtuch sei zwar nicht „verboten“, aber die Abnahme des Hörvermögens und die Abnahme des Hitzeempfindens sowie die Möglichkeit eines Hitzestaus seien zu beachten.

Bevor ein Feuerwehrmann in die Atemschutzausbildung und später in den Einsatz geht, muss er sich einer ausführlichen Eignungsuntersuchung (G 26) unterziehen. Welche Ärzte dafür in Frage kommen und qualifiziert sind, haben nach Abgaben von Schröder die Träger der Feuerwehren zu ermitteln. Claas Schröder ging noch auf Unfallgefahren bei Feuerwehrwettbewerben ein und stellte das Medienpaket der FUK vor. In einer lebhaften Diskussion wurde weitere Fragen aus dem Feuerwehralltag besprochen.

„FeuerKrebs“

Die im Landkreis Emsland tätigen Sicherheitsbeauftragten der Feuerwehren erfuhren bei der Tagung in Meppen, wie schwierig es ist, einsatzbedingte Krebserkrankungen als Folgekrankheit der Feuerwehrarbeit anerkannt zu bekommen. Marcus Bätge von der Gesellschaft „FeuerKrebs gUG“ forderte in seinem Vortrag bessere Bedingungen für Feuerwehrleute und unbürokratische Hilfe für Betroffene.

Bätge ist in Hamburg als Berufsfeuerwehrmann tätig und ehrenamtlich aktiv in der „Gesellschaft zu Förderung und nachhaltigen Verbesserung der gesundheits- und Arbeitsbedingungen von Feuerwehrleuten“. Ziele diese Gesellschaft sind die Verbesserung der Einsatzbedingungen der Feuerwehrleute, die Prävention und die Unterstützung von Krebs betroffener Feuerwehrleute und deren Angehörigen.

Bätge machen an Beispielen deutlich, welchen Risiken bei Brandeinsätzen entstehen könne. In Rauchgasen entwickelten sich nicht selten giftige und krebserregende Stoffe, die nicht nur über die Atemwege in den Körper gelangen können, sondern auch über die Haut. Obwohl Feuerwehrleute heutzutage durch die Atemschutzgeräte gut geschützt seien, so komme es immer wieder vor, dass andere Einsatzkräfte Rauch einatmeten und kontaminiert würden.

Ein ganz großes Problem sei die Aufnahme dieser Stoffe über die Poren in der Haut, wenn diese nicht voll umfänglich geschützt werden. Die persönliche Schutzausrüstung müsste nach jedem Brandeinsatz isoliert und fachkundig desinfiziert werden. Strahlrohre und Schläuche, die „verdreckt“ seien, müssten unter besonderem Schutz wegräumt und gereinigt werden. Das bedeute, dass in den Feuerwehren auch die weiteren Tätigkeiten unter einem anderen Blickwinkel gesehen werden müssten und zusätzliche Reserven an persönlicher Schutzausrüstung geschaffen werden müssten. Dafür seien erhebliche Investitionen der Träger der Feuerwehren erforderlich, meint Bätge.

Für die Verantwortlichen in den Feuerwehren würde es immer wichtiger, zu dokumentieren und nachzuweisen: „Wer war wann im Einsatz, was hat gebrannt, waren Gefahrstoffe wie zum Beispiel Asbest und Kunststoffe beteiligt?“ Diese Nachweise müssen „rechtssicher“ geführt und archiviert werden. Nur so sei es möglich, bei späterem Auftreten der Krebskrankheit die notwendige Anerkennung durch die Feuerwehr Unfallkassen und Berufsgenossenschaften zu erlangen. Derzeit liegt die Beweispflicht beim Erkrankten, was immer wieder zum Streitfall führe. Die FeuerKrebs gUG setzt sich, so Marcus Bätge, für die betroffenen Kameraden ein, nicht nur bei der Durchsetzung ihrer Rechte, sondern sie will auch verstärkt Aufklärung und psychologische Hilfestellung geben.