1000 Euro auch für Kirchengemeinde Bastelkreis der Bethlehemgemeinde Meppen spendet für Landsaid

Von Petra Heidemann


Meppen. Im Rahmen eines Abendmahlsgottesdienstes hat der Bastelkreis der Bethlehem-Kirchengemeinde Meppen Spenden an den Bauausschuss des Kirchenvorstands und Gaby Breuckmann für Landsaid überreicht.

Der Erlös des Adventsbasars erbrachte je 1000 Euro als Spende. Das Vorstandsmitglied der Hilfsorganisation Landsaid Gaby Breuckmann nahm den Scheck mit sichtbarer Freude entgegen, und auch Kirchenvorsteher Günter Rieken, zuständig für Bauangelegenheiten, war der Zuschuss für dringende Arbeiten an der Wasserversorgung in der Gemeindeküche höchst willkommen.

Betroffenheit

Nach dem Gottesdienst berichtete Breuckmann über die Arbeit von Landsaid und ihre Erfahrungen in Krisengebieten wie zuletzt in Haiti. Tiefe Betroffenheit breitete sich aus, als sie die gefährlichen Lebensbedingungen schilderte. Ihr Pendeln zwischen dem Kinderkrankenhaus St. Damian in Tabarre als ihrem Einsatzort und ihrem Übernachtungscamp sei nur unter lückenloser bewaffneter Bewachung von Tür zu Tür möglich gewesen. Die Fenster der Busse seien sogar  geschwärzt, um keinen Einblick auf die Hautfarbe der Fahrgäste zuzulassen. Immer wieder würden Menschen in ihrem Auto während der Fahrt von Überholern erschossen, ausgeraubt und weggeworfen.

Bestattung in Pappsärgen

Am Heiligen Abend begleitete Breuckmann den Chefarzt des Hospitals, Priester Fr. Rick, bei seinen Einsätzen. Dank Spendengeldern war es möglich, 15 erschossenen, teilweise aufgeschlitzten Kindern, die in einem ausrangierten Bus aufgefunden worden waren, wenigstens ein gemeinsames Erdloch zu ersparen und in einzelnen Pappsärgen eine Bestattung zu geben. Im General Hospital hatte man die Leichname von Babys tiefgefroren, damit sie am Silvestertag beerdigt werden konnten.

Fläschchen durch das Bettgitter

Auch die Arbeit im Krankenhaus sei nicht mit europäisch geprägten Augen zu beurteilen, setzte Breuckmann den Reaktionen ihrer Zuhörer entgegen, als sie berichtete, dass die kaum ausgebildeten Pflegerinnen keiner Kontrolle unterlägen, wenn sie nach abenteuerlicher mehrstündiger Fahrt auf Taxitrittbrettern ihren Arbeitsplatz erreichten. Es sei in deren Alltagsleben durchaus nachvollziehbar, dass sie mit den vorhandenen Möglichkeiten im Hinblick auf  Reis, Trinkwasser, Duschen, Strom zunächst ihre eigenen Bedürfnisse stillten, bevor sie sich den schwerbehinderten, verletzten und verwaisten Kindern im Alter von 0 bis zehn Jahren zuwendeten. Zuwendung heiße bereits, einfach ein Fläschchen durch das Bettgitter zu halten - kein Sprechen, kein Singen kein In-den-Arm-Nehmen.

Respektvoller Gaststatus

Selbstverständlich sei Breuckmann mit den Kindern ganz anders umgegangen, aber ihr Beispiel liebevoller Zuwendung habe nicht Schule gemacht - zu groß das gewohnte Elend. Immerhin verfüge das Krankenhaus dank der Spenden aus Europa und den USA über alle medizinische Hilfe, die die Kinder bräuchten. „Man kann nicht als Gast kommen und gleich alle Möbel umstellen wollen!“, gab Breuckmann zu verstehen; auch wenn es schwer sei, sich zurückzuhalten, nur in der Bewusstmachung des respektvollen Gaststatus sei es möglich, Kontakte aufzubauen, die Hilfestellung geben können. Es gehe nicht um „Umkrempeln“ und großartige Zielsetzungen aus der Sicht unseres Kontinents, das Entscheidende sei, „egal wo, das zu tun, was einem gerade als Aufgabe vor die Füße fällt“.

Unermüdlicher Einsatz

Breuckmanns unermüdlicher Einsatz ist hoch zu rechnen auf die gesamte Hilfsorganisation, die sich ehrenamtlich weltweit für „Hilfe zur Selbsthilfe“ einsetzt, sei es für die Opfer von Naturkatastrophen, sei es für Opfer von bewaffneten Konflikten, Unterdrückung und Willkür. Immer geht es in Zusammenarbeit mit anerkannten anderen Hilfsorganisationen um medizinische Soforthilfe, Basishilfe und schließlich Prävention, unpolitisch und nicht konfessionsgebunden.


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