Trassenführung wird immer konkreter 2025 soll Gleichstrom durch das Emsland fließen

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Rund 70 Behördenvertreter suchten den Dialog mit dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion im Meppener Kossehof. Foto: Hermann-Josef MammesRund 70 Behördenvertreter suchten den Dialog mit dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion im Meppener Kossehof. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Bis zum Jahr 2025 will Netzbetreiber Amprion die 300 Kilometer lange und zwei Milliarden Euro teure Trasse von Emden bis Osterath (Nordrhein-Westfalen) als Erdkabel verlegt haben. Am Mittwoch stellten Projektleiter Klaus Wewering und sein Team 70 Behörden- und Verbandsvertretern in Meppen den Vorzugskorridor vor.

In der Sitzung im Kossehof erläuterte Wewering die Verfahrensschritte. So finden in den kommenden Wochen noch weitere Informationsveranstaltungen auch in mehreren emsländischen Kommunen statt. Zudem sei das Infomobil wieder vor Ort im Einsatz. Amprion hatte am 11. Januar nach mehreren Abwägungsschritten einen ein Kilometer breiten Vorzugskorridor vorgestellt (wir berichteten). Gleichwohl sagte Wewering, dass weiter die Anregungen der Bürger und der Träger öffentlicher Belange Berücksichtigung finden können. Ende März will Amprion den ersten Vorschlag sowie weitere Alternativrouten für die zwei Gigawatt-Leitung der Bundesnetzagentur vorlegen.

Die exakte Trasse

Ginge es nach dem Wunsch von Amprion würde das Erdkabel in Emden, wo ein Konverter den Wechselstrom aus der Windkraft in Gleichstrom umwandelt, sofort die Ems unterqueren und dann durch ein Vogelschutzgebiet des Rheiderlandes weiter in Richtung Rhede geführt. Das Kabel würde bis Sustrum anfangs in Grenznähe verlaufen. In Haren-Wesuwe soll es die Emslandautobahn queren, um weiter südlich in Dalum die A 31 erneut zu unterschreiten und über Wietmarschen, Nordhorn und Bad Bentheim Nordrhein-Westfalen anzusteuern. Weitere Stationen dort sind Borken, Xanten, Kleve und schließlich der Konverter in Osterath.

2019 steht Korridor fest

„Wir wollen Sie bereits in den ersten Genehmigungsschritten gut informieren“, sagte Wewering. Dabei hätten die Behörden im Laufe der umfangreichen Genehmigungsverfahren mehrfach die Möglichkeit, ihre Belange vorzubringen. Projektsprecher Sebastian Knauf ergänzte: „Wir befinden uns erst im raumordnerischen Verfahren.“ Das eigentliche Planungsfeststellungsverfahren mit der endgültigen Festlegung der Trasse, die einen Streifen von 24 Metern beanspruche, folge später. Gleichwohl forderte er die Kommunen auf: „Bei den Antragskonferenzen müssen Sie Ihre Anliegen vorbringen, damit diese in das Verfahren eingehen.“ Die Amprion-Vertreter hoffen, dass sie in diesem Jahr das Verfahren abschließen können, damit „Anfang 2019 der endgültige Korridor festliegt“.

Geringe Entschädigung

Im Rahmen einer Fragerunde im Kossehof spielten die Entschädigungszahlungen eine wichtige Rolle. So soll nach der Verlegung des Erdkabels für den 24 Meter breiten Streifen eine einmalige Entschädigung erfolgen, die bei 20 bis 30 Prozent des Bodenrichtwertes beträgt. Dabei monierten einige Bürgermeister, dass die Entschädigungszahlungen für die 380 KV-Freileitung, die Amprion mit Tennet ebenfalls im Emsland errichtet, höhere Entschädigungszahlungen erfolgen.

Entschädigung für Waldbesitzer

Der Vorzugskorridor der Gleichstromleitung von Amprion im Emsland. Grafik: Heiner Wittwer

Eine weitere Frage treibt die Waldbesitzer um. Während der Landwirt über dem Erdkabel später wieder Ackerbau betreiben kann, darf die geschlagene Schneise im Wald nicht wieder aufgeforstet werden. Dabei befürchten Waldbesitzer als Folge der Schneise zusätzliche Sturmschäden. Aufgenommen wurde die Kritik von Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber, dass das Amprion-Infomobil in den kommenden Wochen zwar in der Samtgemeinde Sögel nicht aber in der Samtgemeinde Lathen Station macht. Amprion-Pressesprecher Jonas Knoop versprach, diese Station mitaufzunehmen.


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