Landkreis kauft Kreiswehrersatzamt Meppen: Umbau und Neubau für 5,2 Millionen Euro

Von Hermann-Josef Mammes

In das ehemalige Kreiswehrersatzamt in Meppen wird die Kreisverwaltung einziehen. Foto: Hermann-Josef MammesIn das ehemalige Kreiswehrersatzamt in Meppen wird die Kreisverwaltung einziehen. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Der Landkreis Emsland hat das ehemalige Kreiswehrersatzamt in Meppen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gekauft und will den Altbau sanieren.

Wie die Kreisverwaltung auf Anfrage sagte, erfolgte der Kauf auf Beschluss des Kreisausschusses. Die Kaufsumme betrug rund 800.000 Euro. Wie Landrat Reinhard Winter ergänzte, reichen die Raumkapazitäten im Bereich der Ordeniederung nicht mehr aus. Immer mehr Mitarbeiter müssten unter beengten Verhältnissen arbeiten. Mit dem Ankauf, der Sanierung und einem Neubau auf dem Gelände an der Poststraße in der Innenstadt soll der Engpass behoben werden.

Unter Denkmalschutz

„Wir planen, den unter Denkmalschutz stehenden Altbau zu sanieren und den aus den 1970er Jahren stammenden Anbau abzureißen und durch einen dreigeschossigen Neubau zu ersetzen“, sagte der Landrat. Nach ersten Schätzungen sind für die Sanierung, den Abriss und den Neubau rund 5,2 Millionen Euro zu veranschlagen.

Projektstart in diesem Jahr

Sofern die Gremien dem Plan zustimmen, soll das Projekt am Kreiswehrersatzamt in den Jahren 2018 und 2019 umgesetzt werden. Ein exakter Termin für den Baubeginn sei noch nicht bekannt. Zukünftige Nutzer der Räumlichkeiten sollen der Abfallwirtschaftsbetrieb, die Emslandtouristik und das Kreisarchiv werden. „Damit können wir die bisher für das Archiv angemieteten Räume an der Herzog-Arenberg-Straße 9 dann aufgeben“, so der emsländische Landrat. Gleichzeitig erhalt die Kreisverwaltung mit dem Gebäudekomplex „eine Raumreserve für zukünftige Aufgaben“.


ma Meppen. Bekanntlich wurde das Meppener Kreiswehrersatzamt an der Straßenecke Poststraße/Herzog-Arenberg-Straße als eine von 57 Dienststellen der Bundeswehr 2012 geschlossen. Es war für die Wehrpflichtigen und Freiwilligen der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim sowie – nach Auflösung des Kreiswehrersatzamts Osnabrück 1996 – zusätzlich für die der Stadt und des Landkreises Osnabrück zuständig.

Zwischenzeitlich wurde dort für 18 Monate bis Ende 2016 das Polizeikommissariat Meppen untergebracht. Seit dem steht der Gebäudekomplex erneut leer.

Unter Denkmalschutz

Gerade das alte vordere unter Denkmalschutz stehende Gebäude hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In der sogenannten Krupp‘schen Villa wohnten einst die Leiter des Meppener Schießplatzes, Hauptmann a.D. Bergmann und Major a.D. Wesener. Nach dem Zweiten Weltkrieg war hier unter anderem die Emsland GmbH untergebracht. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Büro- und Verwaltungstrakt, bestehend aus einem 1877 als Gästehaus des damals Krupp’schen Schießplatzes errichteten denkmalgeschützten Altbau und einem 1975 hochgezogenen Anbau.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) war zuletzt Eigentümerin der Liegenschaft und verkauft sie jetzt an den Landkreis Emsland. Nach dem Auszug des Kreiswehrersatzamtes, das hier über vier Jahrzehnte beheimatet war, ging es in ihre Verwaltungszuständigkeit über. Hier stehen als gewerblicher Raum 2231,70 Quadratmeter zur Verfügung. Dazu befindet sich auf dem knapp 3000 Quadratmeter großen in Sichtweite der MEP befindlichen Gelände des ehemaligen Kreiswehrersatzamtes eine 1975 entstandene Flachdach-Doppelgarage in Massivbauweise mit einer Größe von 35,80 Quadratmetern. Auf dem Gelände sind 27 befestigte Stellplätze vorhanden.