Damm in Haselünne gebrochen Wasserstand in Ems und Hase rund 1,70 Meter höher als normal

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Meppen. Dem vielen Regen der vergangenen Wochen ist nun Hochwasser in Ems, Hase Dortmund-Ems-Kanal gefolgt. In Haselünne brach am Freitag am See ein Damm. In Meppen ist seit einigen Tagen die Hubbrücke in Betrieb. Wie geht es weiter mit den Pegelständen in den Gewässern?

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Meppen (WSA) gibt auf Nachfrage Entwarnung. „Der höchste Pegelstand in Ems und Hase ist am Montagvormittag mit einem Plus von rund 1,70 Metern erreicht worden“, sagt WSA-Gewässerkundler Jens Mäueler. „Danach sollte das Wasser wieder weniger werden. Die Hubbrücke bleibt aber weiterhin bis mindestens zum Wochenende in Betrieb.“ Autofahrer auf der Hasestraße und Herzog-Arenberg-Straße müssen sich im Zweifelsfall also gedulden oder gleich über die Bundesstraße 70 oder Hasebrinkstraße fahren. „Wir versuchen, die Schifffahrt so zu koordinieren, dass es nur zu wenig Verkehrsbeeinträchtigungen kommt. Doch das ist nicht immer möglich. Am Ende haben die Schiffe Vorrang.“

Kein Vergleich zum Hochwasser 1998

Im Gespräch mit Mäueler wurde deutlich, dass das Hochwasser recht unspektakulär ausfällt. Die Hochwassermeldestufe wurde nirgends überschritten. Trotzdem betont der Gewässerkundler, dass bei 20 Zentimetern mehr Wasserpegel die Schifffahrt eingestellt worden wäre. „Viel mehr hätte es nicht sein dürfen“, erklärt Mäueler. Es sei aber kein Vergleich zum schweren Hochwasser 1998, als es vielerorts zu Überschwemmungen kam. „Das Wasser ist aktuell nur da, wo es auch hin darf – wie zum Beispiel auf den Überflutungsflächen im Borkener Paradies.“ Weitere Kapazitäten hätte es in Form von Flutmulden in Meppen und Haren gegeben, die aktuell nicht in Anspruch genommen wurden.

Damm in der Nacht zu Freitag gebrochen

Der hohe Wasserstand in der Hase hat allerdings für Konsequenzen für die Baustelle beim Hochwasserrückhaltebecken Haselünne, besser bekannt als „Haselünner See“, gesorgt. Hier wird derzeit das Auslassbauwerk neu gebaut. Die Baustelle ist durch einen provisorischen Damm aus großen Sandsäcken von der Haseseite gegen das Hochwasserrückhaltebecken abgesperrt. Dieser Damm ist in der Nacht zum Freitag gebrochen; das Wasser aus der Hase strömte über die Baustelle in das Hochwasserrückhaltebecken. Das teilte der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) am Montag mit. „Durch den hohen Wasserstand und den permanenten Druck ist der provisorische Damm aufgeweicht und wurde regelrecht weggespült“, erläuterte Josef Schwanken vom NLWKN in Meppen. Für die Flächennutzer am See bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr. „Die maximale Stauhöhe im Becken beträgt 17,75 Meter. Aufgrund der außerplanmäßigen Füllung hatten wir am Wochenende einen Wasserstand von ca. 16,90 Meter“, betont Schwanken. Jetzt sinken die Wasserstände in der Hase bereits wieder, sodass der Haselünner See wieder geleert wird.

Wasser fließt ab

Beim Abfluss des Wassers rechnen die Verantwortlichen mit keinen Problemen, wollen aber auch keine Prognose wagen, bis wann sich die Pegel in den Kanälen und Flüssen wieder normalisiert haben. Bedingt durch Frost sei es möglich, das die eine oder andere große Pfütze auf den Feldern der Überschwemmungsflächen stehen bleibe. Größere Niederschläge, wie sie in den vergangenen Wochen gefallen waren, sind aktuell keine gemeldet.

Herausforderung für Binnenschiffer

Den Binnenschiffern auf der Ems und dem Dortmund-Ems-Kanal verlangt das abfließende Wasser und die damit verbundene starke Strömung einiges ab. Stromaufwärts verbrauchen die Schiffe nun deutlich mehr Treibstoff. Stromabwärts darf die Höchstgeschwindigkeit von zwölf Kilometern pro Stunde nicht überschritten werden. „Trotzdem müssen die Schiffe manövrierfähig bleiben“, sagt Mäueler. „Dafür müssen sie in der Regel schneller fahren als die Strömung fließt. Da ist einiges an Fingerspitzengefühl bei den Kapitänen gefragt.“


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