Jahresniederschlag gestiegen Aus Regenmangel wird im Emsland ein Plus

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Deutlich über die Ufer getreten ist die Ems bei Meppen-Versen. Foto: Torsten AlbrechtDeutlich über die Ufer getreten ist die Ems bei Meppen-Versen. Foto: Torsten Albrecht

Meppen. Wer den Eindruck hatte, es habe zuletzt allzu reichlich geregnet im Emsland, der hatte recht. Nachdem das erste Halbjahr noch durch Regenmangel aufgefallen war, kam in der zweiten Jahreshälfte ein Plus gegenüber dem langjährigen Mittel von teilweise mehr als 20 Prozent zusammen.

Das zeigen Daten, die der Deutsche Wetterdienst in Frankfurt auf Anfrage mitteilte. Ende Juni 2017 hatten die Frankfurter Meteorologen noch eine deutliche Wasserknappheit für viele Teile des Emslandes vermeldet – damals warteten vor allem die Landwirte sehnsüchtig auf Regen, nachdem das Frühjahr bis zu einem Drittel zu trocken ausgefallen war – immer bezogen auf das langjährige Mittel, das die Jahre 1961 bis 1990 abbildet.

114,3 statt 166,4 Millimeter Regen waren bis zu diesem Zeitpunkt zum Beispiel im Großraum Meppen gefallen – nur 68,7 Prozent der eigentlich üblichen Menge. Zum Jahresende hat sich der Trend mehr als gedreht – was sich daran zeigt, dass Ackerflächen für die Landwirte nicht mehr befahrbar sind und dass Bäche und Flüsse über die Ufer getreten sind.

Die Jahresbilanz für den Raum Meppen ist dabei noch nicht einmal besonders außergewöhnlich: 789 Liter Niederschlag im Jahr 2017 statt 739 im langjährigen Mittel liegen laut DSD-Sprecherin Brigitte Haase durchaus in der üblichen Schwankungsbreite. Allerdings geriet der Dezember mit 93,7 statt 72,1 Litern deutlich nasser als üblich (plus 30 Prozent). Das Minus des ersten Halbjahres wurde als mehr als ausgeglichen.

Die Messstelle Twist-Hebelermeer weist noch deutlichere Ausschläge auf: 802 statt 712 Liter im Jahresverlauf, aber 110 statt 66 im Dezember (plus 66 Prozent) erklären gut, warum vielerorts blankes Wasser auf Feldern und Weiden steht.

Auch in Lingen war der Dezember mit 108 statt 78 Litern nasser als sonst, ebenso in Dörpen mit 104 statt 73,7 Litern. Hier lag der Jahresniederschlag mit 967 statt 801 Litern um mehr als 20 Prozent über dem langjährigen Mittel. In Groß Berßen kamen 881 statt 744 Liter zusammen (plus 18 Prozent), und in Lingen stieg der Jahresniederschlag von 799 auf 840 Liter.

Die Daten aus dem Emsland bestätigen einen bundesweiten Trend. Der Deutsche Wetterdienst bilanzierte, das Jahr 2017 sei „erneut ein sehr warmes gewesen, dazu unbeständig und oft extrem. Es war wieder deutlich wärmer als im Schnitt, nur zweimal in den letzten 30 Jahren war es demnach zu kalt.

Mit rund 850 Litern pro Quadratmeter (l/m²) übertraf das Jahr auch bundesweit sein Soll von 789 l/m² um acht Prozent. Am meisten Regen fiel am Nordrand der Alpen, mit örtlich über 2500 l/m². Am trockensten blieben der Oberrheingraben und das Harzvorland, wo lokal weniger als 500 l/m² zustande kamen.

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Die größte 24-stündige Menge fiel in Berlin-Tegel am 29. Juni mit 196,9 l/m². Zur Erinnerung: 2016 hatte Groß Berßen mit 150 Litern am 23. Juni den Jahresrekord aufgestellt.


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