Feuriges Neujahrskonzert Pariser Leben im Meppener Theater



Meppen . Im annähernd ausverkauften Meppener Theater hat unter dem geschmeidigen Dirigat von Taras Krysa das diesjährige Neujahrskonzert, für das sich die begeisterten Zuschauer bei den Mitwirkenden nach zwei Zugaben mit frenetischem Jubel bedankten, stattgefunden.

Nachdem Konzertbesucher und Musiker von Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein begrüßt worden waren, widmeten sich die hervorragenden Streicher, Holz- und Blechbläser sowie Perkussionisten der weltberühmten Lemberger Philharmonie in musikalischer Form spritzig und beschwingt dem „Pariser Leben“. Dabei durften – da ja ein Neujahrskonzert - Walzer und Polkas aus der Strauß-Dynastie, leichte Klassik und beschwingte Arien aus berühmten Opern nicht fehlen.

Als Solisten brillierten die Sopranistin Sonja Maria Westermann und Bariton Patrick Rohbeck, der auch als Moderator durch das Konzertprogramm führte. Es gab kein Programmheft, und so wurde es auch noch ein spannender Konzertabend, da ein musikalischer Höhepunkt den vorangegangenen förmlich jagte. Das gut aufgelegte Orchester, eines der angesehensten in Osteuropa, dessen Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, eröffnete das Meppener Neujahrskonzert mit Jacques Offenbachs Ouvertüre zur Operette „Pariser Leben“.

Die Stadt der Liebe bildete dann auch den roten Faden für diesen wunderschönen Konzertabend. Danach schlüpfte Sonja Maria Westermann in die Rolle der Madame Pompadour mit „Heut‘ könnt einer sein Glück bei mir machen“, und verzauberte die Konzertbesucher sogleich mit ihrer frischen, klaren Stimme. Traumhaft schön, gesanglich weich und rund, dabei zugleich dynamisch volltönend.

Schön, dynamisch, weich

Unter Donner und Blitz versetzte das Orchester das Meppener Theater mit der gleichnamigen Schnellpolka von Johann Strauß. Da wurde die ganze Routine und Professionalität der großartigen Lemberger Philharmonie so richtig hörbar. Durchsichtig die einzelnen Instrumentengruppen, die den ausgewogenen Gesamt-Orchester-Klang durchleuchteten. Der Walzer in Émile Waldteufels „España“, elegant orchestriert und in satten Klangfarben getaucht, leitete danach den ersten Gesangspart von Moderator Patrick Rohbeck ein.

In der „Register-Arie“ aus der Oper „Don Giovanni“ schilderte er -gesanglich stark- die unzähligen Liebschaften des gleichnamigen Kavaliers stimmgewaltig und mit viel komödiantischem Talent. Ein Wechselbad der Gefühle wurde anschließen musikalisch mit Charles Gounods „Juwelenarie“ aus der Oper „Faust“ umgesetzt. Und mit dem „Ungarischer Marsch“ von Hector Berlioz entließ das Orchester das begeistert applaudierende Meppener Publikum in die Pause.

Als alle Plätze nach der Neujahrserfrischung im Foyer wieder besetzt waren, erklang wunderschön Georges Bizet Vorspiel zur Oper „Carmen“. Im Verlauf des zweiten Teils wurde auch das „Chambre séparée“ in den Bars der Pariser Nachtwelt ausgiebig inszeniert und als Höhepunkt des Abends erfreuten die beiden Solisten ihr Publikum mit einem feurigen Duett aus der Operette „Madame Pompadour“.

Fehlen durfte auf gar keinen Fall -weil ja Pariser Leben- Jacques Offenbachs Cancan aus der Operette „Orpheus in der Unterwelt“. Nach stürmischen Applaus gab es zwei Zugaben mit „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß, und natürlich erklang mit voller Intensität ganz am Schluss dann der „Radetzky Marsch“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN