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1000 Sandsäcke in einer Stunde THW sichert Emsdeich am Meppener Berghamsweg

Von Georg Hiemann | 24.07.2014, 15:30 Uhr

Am Emsdeich am Berghamsweg in Meppen hat der THW-Ortsverein Meppen erfolgreich die Sicherung des „durchweichten Deichfußes“ geübt und dadurch ein „drohendes Überfluten des Stadtteils Esterfeld verhindert“. Rund 1000 Sandsäcke wurden in knapp einer Stunde von den geübten Helfern verbaut.

Immer wieder haben in der Vergangenheit auch THW-Helfer bei Hochwasserkatastrophen vorbildlich geholfen. Für ihre logistische Unterstützung der Helfer bei der Elbeflut im vergangenen Jahr wurden 14 Helfer aus Meppen von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Niedersachsen mit Hochwassermedaillen geehrt. Diese erhielten sie durch Geschäftsführer Hermann Greiten überreicht.

Immer wieder wird der THW bei Großschadenslagen eingesetzt, die sich regelmäßig durch Hochwasser ergeben. Wichtig ist dann das Schützen von Menschen und Sachwerten, was die Deiche entlang der Küsten und Flüssen nicht immer schaffen. Sie sind teilweise den Wassermassen nicht gewachsen und durchweichen. Die Deiche müssen dann auf vielfältige Weise gestärkt bzw. repariert werden. Hierbei spielt das THW eine wichtige Rolle.

Um die in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen weiterzugeben und das Handeln in Katastrophenfällen zu professionalisieren, wurde eine spezielle Ausbildung zur Deichverteidigung ins Leben gerufen. In dieser Ausbildung lernen die THW-Helfer in einem einwöchigen Lehrgang an der Bundesschule in Hoya die theoretischen und praktischen Fertigkeiten, wie bedrohte Deiche gehalten und gesichert werden können. Den Lehrgang haben aus Meppen bereits vier Helfer erfolgreich absolviert, die ihr Wissen nun auch auf Ortsebene weitergeben.

Hierfür wurde unter Leitung des Zugführers Christian Kathmann eine mehrtätige Ausbildung geplant, in der die Helfer den Umgang mit dem Sandsack und anderen Hilfsmitteln der Deichverteidigung erlernen. Die Palette reicht vom Füllen und Stapeln der Säcke zum Transport, dem richtigen Umgang mit den schweren Säcken in einer Sandsackkette bis hin zum Verlegen einer Deicherhöhung mit Sandsäcken, der Aufladung.

Der einzelne Sandsack wiegt etwa 20 Kilogramm und wird auf Paletten zu je 70 Stück gestapelt. Alleine das Gewicht einer Europalette beträgt etwa 1,5 Tonnen. Die Meppener Helfer haben ca. 1000 Sandsäcke gefüllt und gestapelt.

Am Emsdeich am Berghamsweg wurde die Sicherung eines Deichabschnittes durch das Errichten einer Quellkade geübt, die bei sich ankündigenden Deichbrüchen verwendet wird. Hier besteht die Gefahr für den Deich darin, dass eindringendes Wasser durch Löcher und Tierhöhlen den Sand aus dem Inneren des Deiches herausspült und den Deich von innen aushöhlt. Um das zu verhindern, müssen die Helfer die große Kunst der Deichverteidigung beherrschen. Die Quellkade kann man sich als kleinen Stausee vorstellen, der aus Sandsäcken errichtet wird. Durch das Anstauen des Wassers werden ein weiteres Ausspülen des Deiches und der Deichbruch verhindert. Quellkaden müssen dabei so gebaut werden, dass sie 800 bis 1000 Liter Wasser fassen, um den nötigen Gegendruck zu erzeugen. Dazu werden circa 800 bis 1000 Sandsäcke benötigt, die in gut einer Stunde von geübten Helfern verbaut werden können.

Im THW-Ortsverband Meppen sind 40 aktive Helfer, die sich wöchentlich treffen und auf die vielfältigen Aufgaben zur technischen Hilfeleistung bei der Rettung und dem Schutz von Menschenleben und Sachgütern vorbereiten. Im OV gibt es einen Technischen Zug für die Aufgaben an Land und eine Fachgruppe Wassergefahren, die mit mehreren Booten speziell zur Hilfeleistung auf dem Wasser ausgerüstet ist.