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Rätsel um Goose Sienken Schüler des Meppener Windthorst-Gymnasiums gewinnen Filmklappe

Von Heiner Harnack | 13.11.2018, 07:30 Uhr

Mit dem Roman Hexenschwert über das Schicksal der Goose Sienken ist Margret Koers ein in der Region viel beachtetes Werk gelungen. Jetzt wurde das Windthorst-Gymnasium mit dem ersten Preis, der emsländischen Filmklappe für Kurzfilme, bedacht. Mit dieser Auszeichnung geht es weiter zum Niedersachsenwettbewerb.

Unzählige Legenden ranken sich um die Figur der Goose Sienken. Im Volksmund wurde sie gar als Hexe bezeichnet, die später ihr eigenes Kind umgebracht haben soll. Obwohl das eher unwahrscheinlich ist, wurde die junge Frau hingerichtet. „Frau Koers war an uns herangetreten und fragte, ob es Interesse gebe, den Roman zu verfilmen“, erzählte Lehrerin Ellen Bechtluft vor der Premiere des 14-minütigen Streifens. Natürlich habe sie sofort gewusst, was da an Arbeit auf die Truppe zukommen könne, so die Pädagogin. Unabhängig von der wahren Geschichte sei der Reiz dann aber so groß geworden, dass man sich an das Projekt gewagt habe, so Bechtluft weiter. Das Frauenschicksal habe sie einfach bewegt. Die Drehtage zogen sich über mehrere Tage. „Alleine der Schnitt hat rund 100 Stunden gedauert“, zeigte sie auf, wie anspruchsvoll gearbeitet worden sei.

Zuvor habe man sich beim Jam erkundigt, wie überhaupt die Technik funktioniere. Dazu habe man noch einen Workshop mit einem polnischen Kameramann besucht, damit man auch etwas über die Bildsprache lerne. „Dazu kam noch, dass wir uns sehr viel selbst angeeignet haben, damit es endlich beginnen konnte.“ Bechtluft meinte, dass die Schüler sehr stolz auf das Geleistete seien, da man zum ersten Male zusammen gearbeitet habe, um dann noch einen Preis zu gewinnen.

Übrigens ist es trotz der Dramatik und der Zeit des 18. Jahrhunderts keine Schwarz-Weiß-Produktion, was man zunächst vermuten könnte. Der Film erzählt in ruhigen Bildern und einem ruhigen Schnitt die Geschichte der jungen Frau, die angeblich eine Mörderin sein soll. Auch gibt es trotz der Dramatik keine schnellen Schwenks, sondern man versucht sich in 14 Minuten an das Wesentliche zu halten. Selbst die bekannte Hinrichtung der Goose Sienken, schon oft im Theater dar gestellt, findet im Film nicht statt, sodass auch Kinder und Jugendliche dieses Werk sehen können. Manch ein Produzent hätte da doch eher auf eine Szene auf dem Scheiterhaufen bestanden. Hier wird dieses in einer Erzählform dargestellt, die vielleicht sogar authentischer daher kommt. „Natürlich haben wir alles bewusst sehr trist gehalten“, erklärte Ellen Bechtluft, um noch darauf hinzuweisen, dass es viel Zeit in Anspruch genommen hätte, bis aus dem bekannten Roman ein fertiges Drehbuch entstanden sei. So könne sich manch ein Historiker doch an dem Film stoßen, so die Pädagogin. Nachdem der Film gelaufen war, gab es vom Publikum großen Applaus, den die jungen Filmemacher nach mühevoller Arbeit durchaus verdient hatten.