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Rauchwolke im Emsland Unverständnis über WTD: Staverner sprechen über den Moorbrand

Von Malte Goltsche | 19.09.2018, 18:47 Uhr

Stavern ist die Gemeinde, die am nächsten an den Brandherden auf dem WTD-Gelände nördlich von Meppen liegt. Am Dienstagabend zog der Rauch durch das Dorf. Die Einwohner fühlen sich im Stich gelassen von der Bundeswehr.

"Es ist beängstigend, dass man keine Info bekommt", sagt Anne Brune. Was sie sich wünschen würde, sagt sie kurz und knapp: "Auskünfte." Auch Reiner Eikens findet "die Kommunikation von der WTD ganz schlecht." Er formuliert einen harten Vorwurf an die Dienststelle der Bundeswehr: "Denen ist ganz egal, was hier passiert." 

In Stavern selbst ist der Moorbrand allgegenwärtig. Das THW hat sein großes Lager dort aufgeschlagen und bestimmt den Verkehr im Ort. Medienvertreter versuchen, Informationen zu bekommen, sprechen mit den Leuten. "Hier ist gerade Ausnahmezustand", sagt Tanja Wessels, die im Dorfladen, einem der Treffpunkte in Stavern, hinter der Verkaufstheke steht. 

Bei einem Großereignis in einem kleinen Dorf kocht auch schnell die Gerüchteküche hoch. Das bestätigt Anne Brune. Die zwischendurch aufgekommene Nachricht, dass Stavern evakuiert werden müsse, hätte sie sogar zum Weinen gebracht, sagt sie. Auch andere Gerüchte machten im Dorf die Runde. "Ein bisschen mehr Information wäre einfach schön", sagt Sabine Beelmann vom Kindergarten St. Marien im Dorfzentrum. Auch bei den Kindern, sagt Beelmann, sei der Brand auf der WTD ein Thema.

Besorgnis, aber keine Panik

Besonders schlimm sei die Situation am Dienstagabend gewesen, bestätigten mehrere Staverner. "Dienstag war es katastrophal. Wir mussten unsere Fenster und Türen die ganze Zeit geschlossen halten." Reiner Eikens bestätigt: "Das war schon extrem." Man mache sich auf jeden Fall so seine Gedanken, wie es weitergehen solle. In Panik verfalle er aber nicht, meinte Eikens. Dustin Lipinski sieht das ähnlich: "Man macht sich Gedanken, ist besorgt. Angst würde ich dazu aber nicht sagen." 

Am Dienstag war auch Sögel von der Rauchwolke stark betroffen. "Der Wind drehte auf Süd-West und dann zog der ganze Rauch in den Ort und verdunkelte die Sonne", berichtet der Sögeler Hans-Josef Geiger. Der Rauch habe sogar zu "Brechreiz und brennenden Augen" geführt. Konkrete Angst habe aber auch er wegen der größeren Entfernung zum Brand zwar nicht aber die Situation sei ernst, meinte Geiger.

Ihn ärgert, dass es durch Waffentests überhaupt zu dem Brand gekommen ist. "Wie kann man bei einer derartig langen Trockenheit überhaupt das Moor beschießen? Da hat niemand Verständnis für. Ich glaube nicht, dass es so wichtig ist, dass die Bundeswehr ihren Auftrag ausfüllt, wenn es so trocken ist." Katharina Pikula aus Sögel hat dazu ebenfalls eine klare Meinung: "Die Bundeswehr soll uns beschützen, nicht in Gefahr bringen."