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Wirtschaftsförderer und Stadtmarketing Rückläufige Entwicklung des Einzelhandels geht an Meppen nicht vorbei

Von Malte Goltsche | 21.09.2018, 21:53 Uhr

Alexander Kassner, Wirtschaftsförderer der Stadt Meppen und Ansgar Limbeck vom Stadtmarketing sehen den Einzelhandel in Meppen nicht in großer Gefahr. "Man sollte die Situation nicht schlechter reden als sie ist", sagt Kassner. Doch er sagt auch: "Es ist eine bundesweite Entwicklung, dass der Einzelhandel Probleme hat. Das geht auch an Meppen nicht vorbei."

Im Moment stünden sechs Prozent der Ladenflächen in Meppen leer, das sei im Vergleich mit anderen Städten ähnlicher Größenordnung nicht besonders viel. Ansgar Limbeck vom Stadtmarketing sieht das ähnlich. "Natürlich ist die Situation schwierig aber es ist nicht alles negativ. Es ist wahrlich nicht so, dass ein Laden nach dem anderen schließt."

Neben den aktuellen Leerständen in der Rathauspassage und im ehemaligen C&A-Geschäft am Markt kommen in Zukunft noch weitere im Stadtzentrum dazu. "Wir versuchen, Händler nach Meppen zu locken und haben vier potenzielle Interessenten an der Hand", berichtet Wirtschaftsförderer Kassner. Für die Rathauspassage stehen "Gespräche mit dem Vermieter auf der Agenda", sagt er. Generell seien hohe Mieten durchaus ein Problem für die Händler. Zwei Umzüge hat Kassner zu vermelden. Der Blumenladen Gels bezieht die Ladenfläche des Schmuckladens Horizonte und das Inneneinrichtungsgeschäft Chicasa richtet sich in der alten C&A-Fläche ein.

Verschiedene Modelle für die Zukunft

Wichtig ist es Limbeck und Kassner, zu erwähnen, dass sich die Stadt intensive Gedanken um die Beförderung des Einzehlhandels mache. So verbinde man seit geraumer Zeit Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt, die Kirmes oder die Maitage mit verkaufsoffenen Sonntagen. Der Weihnachtsmarkt – "die wichtigste Zeit des Jahres für den Einzelhandel", wie Limbeck sagt – sei zuletzt durch die verlängerte Zeit und weitere Details deutlich aufgewertet worden.

Auch im MEP-Center stehen einige Ladenflächen leer. Dafür blocken Kassner und Limbeck jedoch jegliche Verantwortung ab. "Das MEP-Center macht seine eigenen Geschäfte. Darauf haben wir als Stadt leider keinen Einfluss. Wir versuchen aber natürlich, sie in unsere Aktivitäten mit einzubinden", sagt Kassner. Für die Zukunft der Stadt stellt Kassner sich verschiedene Modelle vor. Einerseits müsse man den Händlern die Digitalisierung "schmackhaft machen", andererseits denke man seitens der Stadt auch über zentrale Vermarktungsmöglichkeiten nach. Seiner Meinung nach wird die Gastronomie weiter anwachsen, außerdem könnten mehr Wohnflächen und eine städtische Kindertagesstätte entstehen.