Ein Artikel der Redaktion

Bundeswehr verweist auf „Vertretung“ Derzeitige Regelung an der Spitze der WTD 91 unklar

Von Tobias Böckermann, Manfred Fickers | 06.10.2018, 05:07 Uhr

tb/mf Über den Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) wird weiterhin überregional diskutiert. Unklar ist derweil, wer derzeit die WTD 91 vor Ort führt. Konkrete Nachfragen bei der Bundeswehr ergaben keine Klarheit.

Im Gegenteil. Denn offiziell leitet seit 2013 Gerhard Wallrich als Direktor die WTD – er ist aber dem Vernehmen nach erkrankt und seit mehreren Monaten nicht im Dienst. Deshalb war bei ersten Stellungnahmen zum Moorbrand, die vonseiten der WTD veröffentlicht wurden, beziehungsweise in Interviews Thomas Mályusz als stellvertretender Leiter der WTD aufgetreten und hatte sich unter anderem im NDR geäußert und behauptet, ein Moorbrand wäre auch ohne Raketenbeschuss bei anhaltender Hitze bald zu erwarten gewesen. Dabei verwies er wie bereits berichtet auf Wikipedia. Am 5. September, also zwei Tage nach Ausbruch des Brandes, sagte er unserer Redaktion: „Wir haben alles unter Kontrolle. Der Brand dehnt sich nicht aus.“

Dafür hatte es viel Kritik gegeben, und fortan gab es keine Auftritte eines örtlichen Verantwortlichen der WTD 91 mehr. Deshalb erging eine konkrete Anfrage an die Bundeswehr, wer denn im Moment die WTD 91 leitet und ob sich Personen noch in ihren Ämtern befänden – und darauf mehrere undurchsichtige Aussagen.

Sieben Leiter in 29 Jahren

Die wichtigsten: „Gerhard Wallrich ist Direktor der WTD 91.“ Und auf Nachfrage, ob er denn persönlich auch anwesend sei, folgende Antwort: „Zu Ihrer Anfrage kann ich Ihnen mitteilen, dass die WTD 91 derzeit entsprechend der geltenden Vertretungsregelung gemäß der Geschäftsordnung für die Dienststelle geführt wird.“

Seit 29 Jahren erlebt die WTD in Meppen einen häufigen Wechsel an ihrer Spitze. Rechnet man die eineinhalbjährige Vakanz mit, in der der damalige stellvertretende Leiter Dieter Ubbenjans in der Verantwortung stand, waren es sieben Dienststellenleiter. Durchschnittlich vier Jahre dauert es, bis wieder ein Wechsel ansteht. Zum Vergleich, in den 112 Jahren seit Eröffnung des Schießplatzes bis 1989 gab es nur sechs Leiter, die jeweils rund 18 Jahre im Amt waren. Durch die lange Amtszeit waren sie bestens mit Behörden und Kommunen vernetzt. Daher wurden die Schießplatzchefs auch „Könige von Meppen“ genannt.