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Zähe Verhandlung Opfer verweigert Aussage im Prozess gegen einen Meller

Von Christina Wiesmann | 10.06.2016, 18:48 Uhr

Vor dem Landgericht Detmold ging am Donnerstagnachmittag die Verhandlung gegen einen 29-jährigen Meller weiter. Er ist wegen versuchten Mordes an seiner Schwägerin angeklagt (wir berichteten).

Neue Erkenntnisse gab es unterdessen am zweiten Verhandlungstag nicht. Eigentlich sollte das Opfer aussagen. Die Frau aus Detmold erschien jedoch wiederholt nicht vor Gericht.

Dem zuständigen Richter hatte sie schriftlich mitgeteilt, sich auf gar keinen Fall zu den Geschehnissen am 18. Dezember 2015 äußern zu wollen, wie eine Sprecherin des Landgerichtes Detmold mitteilte.

Halbseitig gelähmt

An besagtem Tag hatte ihr Schwager ihr nach Streitigkeiten ein Messer ins rechte Auge gerammt und weitere vier Mal auf ihren Oberkörper eingestochen. Die Detmolderin überlebte den Angriff nach Angaben eines medizinischen Gutachters nur knapp, ist seit dem auf dem betroffenen Auge nahezu blind und durch die Stichverletzungen halbseitig gelähmt.

Der Täter gab bereits am ersten Verhandlungstag an, sich an die Tat selbst gar nicht mehr erinnern zu können. Er berichtete von Streitereien in der Familie, seine Schwägerin habe ihn häufig wegen seiner Beinbehinderung verspottet. Er wollte sich rächen, traute sich jedoch nicht, die Rache durchzuziehen, weil die Schwägerin ihm auf die Schliche kam. Daraufhin eskalierte der Streit.

Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, soll am nächsten Verhandlungstag eine Richterin gehört werden, die kurz nach der Tat das Opfer vernommen hat. Die Verhandlung gegen den Meller wird am 29. Juni fortgesetzt.

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