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Wilken folgt Fritz Mithöfer Melle-Wellingholzhausen: Sparkassenleiter verabschiedet

Von Marek Majewsky, Marek Majewsky | 27.02.2017, 11:07 Uhr

Es endete, wo seine Karriere begann. Geschäftsstellenleiter Fritz Mithöfer verabschiedet sich nach knapp 48 Jahren bei der Kreissparkasse Melle in den Ruhestand.

Am 1. April 1969 begann Mithöfer seine Karriere bei der Sparkasse in Melle. Er wurde als Auszubildender in Wellingholzhausen eingestellt und arbeitete dort knappe zwei Jahre als Lehrling. Im Jahr 2010 kehrte er als Filialleiter in die Ortschaft zurück. „Fritz Mithöfer ist das lebende Beispiel, für die Kontinuität, die wir versuchen, in unserem Unternehmen aufrecht zu erhalten“, betonte Frank Finkmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Melle.

Seine jungen Jahre in Wellingholzhausen haben Mithöfer bis heute geprägt: „Ich war schon lange bevor es die Grünen gab, ein Grüner und sehr naturverbunden“, erinnerte sich Mithöfer. Daher habe er privat auch immer mit einem grünen Kugelschreiber geschrieben, was der scheidende Geschäftsstellenleiter in der Ausbildung fortsetzen wollte. „Damals wusste ich nicht, dass die grüne Farbe der Innenrevision vorbehalten war.“ Prompt kam es zu einer deutlichen Ansage des damaligen Chefs, an die er sich noch heute gut erinnert.

10 Pfennig zu wenig

Rückblickend kann Mithöfer auch über folgende Geschichte aus seiner Ausbildung lachen, die ihn zunächst in Bedrängnis brachte: Im Dezember waren vor Zeiten des Computers alle Mitarbeiter damit beschäftigt, die Zinsen der Konten händisch auszurechnen. Bei einem Konto fehlten am Ende allerdings zehn Pfennig, die tagelang mit mehreren Mitarbeitern fieberhaft gesucht wurden. In seinem jugendlichen Elan schlug Mithöfer vor, dass jemand die zehn Pfennig doch spenden könne. „Daraufhin hat mir mein Vorgesetzter so deutlich gesagt, dass das nicht geht, dass ich mir sicher war, er ruft morgen beim Vorstand an und sagt, dass ich für diesen Job ungeeignet bin“, entsann sich Mithöfer.

Freude und Wehmut

Nach seiner Lehre folgten Stationen in Neuenkirchen, Westerhausen und Melle-Mitte, bis er im Mai 2010 wieder nach Welling zurückkehrte. „Ich verlasse die Geschäftsstelle mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, betonte er. Auf der einen Seite ist nun mehr Zeit für Privates wie die Jagd oder das Ehrenamt vorhanden. Andererseits wird er vor allem die Kollegen vermissen. „Ich war ja 48 Jahre bei der Sparkasse und habe viele Kontakte. Es hat immer Spaß gemacht. Mir wird die Arbeit fehlen“, so Mithöfer. Dennoch ist er froh, die Filiale in guten Händen zu wissen. Ihm folgt Andre Wilken, der bereits seit sechs Jahren in der Geschäftsstelle arbeitet. „Ich weiß, dass ich in große Fußstapfen treten muss, aber freue mich auf meine neue Aufgabe“, so der neue Filialleiter. Als besondere Herausforderung sieht er es an, die alteingesessenen Kunden von Mithöfer zu übernehmen.

Abschließend hob Frank Finkmann die Bedeutung des Standortes Wellingholzhausen hervor – es sei einer, der Zukunft hat. „Es gibt viele Menschen, die zuziehen, es gibt eine sehr aktive Dorfgemeinschaft.“ Mithöfer ergänzte: „Wellingholzhausen lebt, habe ich immer gesagt. Alleine was im ‚Fachwerk 1775‘ an Veranstaltungen stattfindet, zeigt das. „Lobende Worte für den zukünftigen Ex-Mitarbeiter fand auch Ortsbürgermeister Bernd Gieshoidt: „Fritz Mithöfer hat die Sparkasse im Ort immer gut repräsentiert und ich freue mich, ihn bei dem ein oder anderen Anlass wiedersehen zu dürfen.“