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Westhoyeler Windmühle Meller Mahl- und Backtag: Ist Wind da, gibt es Arbeit

Von Marita Kammeier, Marita Kammeier | 27.06.2016, 15:44 Uhr

Hobby-Müller freuen sich über viel Wind, denn dann gibt es reichlich Arbeit. Den Betrieb und die Erhaltung der Westhoyeler Windmühle haben Werner Schweer und seine Kollegen den Besuchern beim traditionellen Mahl- und Backtag anschaulich erklärt.

Doch das war am Sonntag nur einer von zahlreichen Programmpunkten, denn mehr als zehn Aussteller sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam. Zur beschwingten Country- und Gitarrenmusik drehten sich die von der Windkraft angetriebenen Flügel des Wallholländers aus dem Jahr 1870 noch mal so schnell.

„Heute ist es gefährlich wegen des wechselhaften Wetters, das immer extremer wird. Bei Gewitter müssen wir aufpassen“, erklärte Experte Schweer, der zuvor zum Aufsegeln des Flügels 15 Meter hoch geklettert war.

Mühlenbrot, Zucker- und Streuselkuchen

In der Mühle hörten die Ausflügler von der handwerklichen Arbeit des Getreidemahlens und ließen dabei das Korn durch die Hände rieseln. Das Leben der Müller sei fast immer mühsam und beschwerlich verlaufen. Beim Schärfen und Reinigen der Mahlsteine wurde der obere, immens schwere Stein abgehoben.

Warme Luft strömte aus dem vollen Backhaus. Schwitzend holten die Bäcker immer neue Bleche mit Mühlenbrot, Zucker- und Streuselkuchen aus dem Ofen. Auf dem gesamten Gelände, aber gern auch unter dem Remisendach, entspannten die Besucher in langen Bankreihen.

Dort spielten Ingo und Charlotte Steinmeyer voller Leidenschaft Songs aus den 60er- bis 80er-Jahren von „Du kannst nicht immer 17 sein“ und „Next door to Alice“ bis zu „Ich war noch niemals in New York“. Das Gitarren-/Ukulele-Duo aus Bünde musiziert seit drei Jahren zusammen. Ingo ist jedoch schon länger in der Musikbranche und gründete seinerzeit die Gruppe „Die Dollies“.

Echte Buckfastbienen

Den Platz vor der Remise teilte sich das Künstlerpaar mit dem Bienenhof aus Wellingholzhausen. Während Malerin Charlotte Steinmeyer über ihre Ölgemälde informierte, erzählte Reinhold Hellmann über die Züchtung von Königinnen: „60 000 in einem Stock. Das sind echte Buckfastbienen, die stechen weniger, sind jedoch ungeheuer fleißig.“ Namensgeber war ein Mönch, der vor hundert Jahren im englischen Buckfast Abbey (Kloster) lebte.

Während die meisten Besucher bummelten, schlemmten und nebenbei Marmeladen, Erdbeeren, Körnerkissen oder Gefilztes kauften, transportierten einige Geheimnisvolles in Tüchern umher. Ein Ehepaar erklärte: „Das sind Messer und Scheren, die wir Dieter Krawert zum Schärfen bringen, weil das hier am schnellsten geht.“