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Wegweisende Zusammenarbeit Vier Träger helfen Jugendlichen in einem Gebäude

28.09.2011, 14:44 Uhr

Für die Kinder und Familien ziehen sie künftig an einem Strang: Die vier großen Jugendhilfeträger in Melle rücken zusammen – inhaltlich, räumlich und organisatorisch. Kooperation statt Konkurrenz lautet die Devise, nach der Diakonisches Werk, Jugendhilfe Kontakt, Diakoniewerk Osnabrück und die katholische Jugendhilfe Don Bosco im neuen Verbund der Meller Jugendhilfeträger zusammenarbeiten.

Den Grundstein legten Jugendhilfe Kontakt und Diakonisches Werk bereits vor rund einem Jahr: Während andernorts noch über Zuständigkeiten für die neu geschaffenen Sozialräume diskutiert – und nicht selten auch geklagt – wurde, schlossen die beiden Träger einen Kooperationsvertrag und richteten gemeinsam eine soziale Kindergruppe in den Diakonie-Räumen an der Riemsloher Straße ein (wir berichteten).

„Die positiven Erfahrungen dieser Zusammenarbeit machten uns Mut, noch einen Schritt weiter zu gehen“, erklärte Heiko Grube, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes. Der nun unter den vier maßgeblichen Trägern geschaffene Jugendhilfe-Verbund ist für Grube und Kontakt-Geschäftsführer Gerhard Schultz ein folgerichtiger Schritt in die Zukunft.

Was ist sinnvoll für den Sozialraum der Stadt Melle? Dieser Frage stellen sich die vier Träger künftig gemeinsam. Ziel sei es, die Qualität der Arbeit zu erhöhen und zugleich Doppelstrukturen zu vermeiden, so Schultz. Schon jetzt sind gemeinsame Teambesprechungen an der Tagesordnung. Allerdings bleibt auch in der Zusammenarbeit das individuelle Profil jedes der vier Träger ganz bewusst erhalten.

Den Meller Bürgern bietet der neue Verbund ganz praktische Vorteile. Denn an der Rabingenstraße 7 wird derzeit jenes Gebäude renoviert, in dem sich ab November Diakonisches Werk, Jugendhilfe Kontakt, Don Bosco und Diakoniewerk auch räumlich unter einem Dach vereinen. Konkret bedeutet das: Ratsuchende finden unter einer Adresse ein ganzes Netzwerk kompetenter und abgestimmter Hilfsangebote.

„Es werden immer Fachleute vor Ort sein, die ansprechbar sind“, betont Heiko Grube. Das gemeinsame Augenmerk liegt dabei insbesondere auf niedrigschwelligen und frühen Hilfen. Denn auch wenn das Jugendamt eng in die Entwicklung des neuen Verbundes eingebunden war, soll aus einem lösbaren Problem möglichst nicht erst ein „Fall“ werden.