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Feier mit Fans wird nachgeholt Warum die Handballer der HSG Melle den Aufstieg verdienen

Von PM. | 15.04.2020, 14:55 Uhr

Nach dem Saisonabbruch sind die Handballer der HSG Grönegau-Melle in die Landesliga aufgestiegen. „Natürlich freuen wir uns über den Aufstieg. Aber ohne Austragung des entscheidenden Spiels fühlt sich das irgendwie nicht echt an“, schildert Mike Bordihn seine Gemütslage. Der HSG-Trainer betont zugleich auch: „Es war richtig, die Saison abzubrechen. In diesen Zeiten ist Handball unwichtig.“

Die HSG wäre auch bei einem regulären Saisonende kaum einholbar gewesen: Fünf Partien vor Schluss hatten die Grönegauer in der Landesklassen-Tabelle acht beziehungsweise neun Punkte Vorsprung auf die ärgsten Verfolger. Ein Punkt fehlte, um alles klarzumachen. Die Meister-Shirts waren fast gedruckt und der Bus zum letzten Auswärtsspiel nach Emlichheim reserviert.

„Ich denke, wir haben uns den Aufstieg und die Meisterschaft redlich verdient. Mit nur zwei Niederlagen haben wir von Beginn an die Saison dominiert. Es freut mich riesig für meine junge Mannschaft. Für viele Spieler ist es der erste Aufstieg im Männerbereich. Ganz besonders aber freut es mich für unseren Vorsitzenden Arend Meyer zu Heide sowie Dirk Bößmann als starken Mann im Förderverein, beide investieren viel Freizeit in die HSG-Handballabteilung“, äußert Bordihn.

Als glückliche Fügung stellt der Coach den Umstand dar, dass kurz vor Saisonbeginn mit Christian Maaß ein Spieler mit viel Erfahrung quasi „aus heiterem Himmel“ zur HSG kam. Auch der Zugang von Finn Ronning brachte einen positiven Impuls. So konnten die Tiger lange Zeit mit einem breiten Kader trainieren, was sich auch positiv auf die Ergebnisse auswirkte: Viele Begegnungen wurden deutlich gewonnen. „Leider kamen dann im Januar und Februar das Verletzungspech und ein paar unausweichliche berufliche Termine zusammen, so dass sich der Kader teils deutlich reduzierte“, blickt der Trainer zurück. Dennoch blieb die Tiger in den meisten Spielen Sieger, nur bei der TSG Burg Gretesch und beim Derby gegen Eicken II ging man als Verlierer vom Platz.

Für die neue Saison hat sich die HSG einiges vorgenommen: Nicht nur die Erste hat den Aufstieg geschafft, zudem wird wohl die Zweite in die Landesklasse aufsteigen. So möchte man den jungen Spielern die Möglichkeit bieten, leistungsorientiert Handball zu spielen. Daher wird Marco Lietmann neben seinen Aufgaben bei der ersten Männermannschaft in der kommenden Saison auch hauptverantwortlich zuständig für die zweite sein. Tino Topheide wird ihm als Co-Trainer zur Seite stehen. Durch diese Verzahnung beider Teams soll eine einheitliche Entwicklung forciert werden, um auch den jungen Spielern den Weg in den Männerbereich zu ebnen.

„Wir hoffen, dass diese sportliche Entwicklung weitere Kräfte im Verein freisetzt und sich noch ein paar ehrenamtliche Trainer finden, die uns auf unserem Weg unterstützen. An handballbegeisterten Kindern und Jugendlichen mangelt es zurzeit nicht“, bemerkt Bordihn und verspricht: „Sobald es die Zeiten wieder zulassen, werden wir unseren Aufstieg noch gebührend mit unseren Fans und Freunden feiern.“