Ein Artikel der Redaktion

Wanderung durch den Urwald Meller Duo im Arbeitseinsatz bei 30 Grad

03.12.2015, 15:19 Uhr

G’day aus Australien! Mit dem Flug von Hawaii nach Australien über die Datumsgrenze hatten wir leider einen Tag verloren als wir in Brisbane landeten. Hier begann nun der arbeitsreiche Teil der Reise.

Über die Internetplattform Workaway hatten wir uns eine „Arbeitststelle“ in einem Eco Village im australischen Busch gesichert. Was ist denn eigentlich ein Eco Village? Das haben wir uns auch gefragt. Als wir Po Mei, unsere neue „Arbeitgeberin“, bei einem Open-Mic-Abend im Örtchen Maleny trafen, erklärte sie uns mehr über die Philosophie von Crystal Waters, unserem neuen Zuhause auf Zeit.

Crystal Waters ist eine Gemeinschaft, in der sich jeder verpflichtet hat, das Land ökologisch und nachhaltig zu bestellen. Ziel ist ein möglichst autarkes Leben im Einklang mit der Natur. Im trockenen australischen Hinterland ist die Wasserversorgung ein besonders wichtiges Thema und alle Grundstücke sind so ausgerichtet, dass sich das Wasser in den Obst- und Gemüsegärten ansammelt. Das ist nur eines von vielen Konzepten, wie die Landbestellung hier funktioniert. Wen dieses Thema interessiert, der kann sich ja einmal mehr über „Permakultur“ informieren.

Wohnen mitten im Busch

Bei Po Mei wohnten wir in einem umgebauten Bauwagen mit Anbau mitten im Busch. Mit von der Partie war der andere Freiwillige Thomas aus Frankreich. Auf dem riesigen Grundstück gab es viel zu tun. Wir mussten Bananenstauden fällen, Heu machen, Unkraut jäten, Bambuszäune bauen, streichen, Mosaike machen und malen. Immer mal wieder hüpfte eine Kängurubande durch den Garten und auch der ein oder andere Waran ließ sich ab und zu blicken. Da es hier auch viele giftige Tiere wie Schlangen und Spinnen gibt, mussten wir jederzeit mit geschlossenen Schuhen und Handschuhen arbeiten. Po Mei ist eine wirklich inspirierende Person voller Visionen und Ideen.

Gemütliches Lagerfeuer

Unsere erste Arbeitswoche im wunderschönen Crystal Waters beendeten wir Sonntagnacht mit einem gemütlichen Lagerfeuer unter dem wirklich imposanten Sternenhimmel. Wir hatten am Nachmittag vorher schon Stockbrotteig vorbereitet und führten die Australier in diese deutsche Kindheitstradition ein. Das klappte mehr oder weniger gut und die Hälfte des Teigs lag danach im Feuer. Allerdings kannten wir danach auch fast die ganze Community und haben hier viele Freunde gefunden, u.a. Jory, der mit uns am nächsten Tag einen Ausflug zum in der Nähe gelegenen Booloumba Creek Nationalpark machte. Am türkisenen Fluss entlang wanderten wir durch den Urwald und bestaunten die riesigen Gummibäume, die zum Teil so von Schlingpflanzen umhüllt waren, dass sie kaum mehr zu sehen waren.

Die nächste Woche war sehr arbeitsintensiv. Als das Thermometer Mittwochmittag jedoch 30 Grad erreichte, schnappten wir uns unsere Badesachen und fuhren zusammen mit Po Mei und Thomas zu den Gardiner Falls in Maleny. Dort gibt es ein poolartiges Becken und man kann sich mithilfe von Lianen von den Klippen schwingen.

Schnorcheln am Barrier Reef

Nach drei tollen Wochen im Eco Village wollten wir noch ein bisschen mehr von Australien entdecken und trampten die Sunshine Coast entlang gen Norden. Nach Zwischenstopps in Noosa, Maroochydore und Hervey Bay, wo wir Buckelwale beobachten konnten, erreichten wir schließlich das Dorf Town of 1770, wo Captain Cook in jenem Jahr auf das australische Festland gestoßen ist. Hier ist das Südende des Great Barrier Reefs, das wir uns natürlich anschauen wollten. Fast wäre aufgrund des anhaltenden starken Windes aus dem Ausflug zum Riff nichts geworden, aber an unserem letzten Tag klappte es dann doch. Früh morgens düsten wir mit dem Boot los zur Lady Musgrave Island. Gott sei Dank wurden an Deck Friesennerze verteilt, denn erst kurz vor dem Riff klarte der Himmel auf und uns erwartete eine fantastische Kulisse in den leuchtendsten Farben. Aus dem türkisenen Wasser ragte die Koralleninsel hinaus, welche wir nach dem Umstieg in ein Boot mit Glasboden erkundeten. Hier leben neben ein paar Campern tausende von Vögeln, die gleich einmal ihr Geschäft auf uns erledigten. Dies ließen wir gern über uns ergehen, denn es bringt ja bekanntlich Glück. Dann hatten wir endlich Zeit zu schnorcheln und schwammen im wirklich kalten Wasser an bunten Fischschwärmen und Korallen vorbei. Ganz weit draußen stießen wir zu guter Letzt noch auf zwei Riesenschildkröten, die in einer Koralle relaxten. Wirklich ein Highlight!

Jetzt geht es wieder Richtung Süden, wo uns die Metropolen Sydney und Melbourne, sowie weitere Workaway-Stellen erwarten.