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Vorleben statt fordern George Trenkler nominiert für „Mensch Melle 2017“

Von Petra Ropers | 06.02.2017, 17:06 Uhr

Die Überraschung ist ihm noch anzumerken: George Trenkler ist einer der Nominierten für die Auszeichnung als „Mensch Melle 2017“. Große Worte macht der Westerhausener darum nicht. „Eigentlich müssten ganz viele Menschen auf der Bühne stehen“, meint er nur.

Ohnehin ist Trenkler, der das „E“ am Ende seines Vornamens seinem Geburtsort New York verdankt, eher ein Mann der Tat. Gutes vorleben anstatt nur zu reden, könnte seine Devise lauten. Dabei hat er den Menschen ebenso im Blick wie die Natur – in Orts- und Stadtrat, im von ihm gegründeten Verein „Tag der guten Tat“ oder auch im ganz normalen Alltag. „Sich für den Erhalt der Natur einzusetzen und Gutes zu tun für andere Menschen: Das macht allen das Leben schöner“, findet er.

„Wir haben damals etwas gewagt“

Blauäugig ist George Trenkler dabei nicht. Zu vieles werde einfach mit Gleichgültigkeit zur Kenntnis genommen, stellt er immer wieder fest. Doch anstatt zu kritisieren, lebt er von jeher vor, wie es anders gehen kann. So installierte er bereits 1996 eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines damals noch in der Haferstraße ansässigen Bioladens, als die heute allgegenwärtige Technik noch in den Kinderschuhen steckte. „Wir haben damals etwas gewagt, was eigentlich über unsere Verhältnisse war. Aber wir wollten konsequent sein.“

Überzeugtes Engagement für die Natur

Zur Feier der Inbetriebnahme organisierte Trenkler einen Ökomarkt und startete damit ein Erfolgsmodell, das in Zusammenarbeit mit dem Umweltbüro der Stadt fortan genussvoll, abwechslungsreich und kurzweilig das Umweltbewusstsein nicht nur der Meller anregte. Bis zu 70 Aussteller präsentierten auf dem stetig wachsenden Ökomarkt, der sich schnell auf den Kohlbrink und später ins und ans Forum verlagerte, ein breites Angebot.

Zu den Highlights, an die sich der Initiator noch heute gerne erinnert, gehörten das 3-Liter-Auto von Greenpeace und eine Windkraftgondel mit Flügeln. Doch wer für Natur und Umwelt etwas erreichen will, muss immer wieder neue Wege gehen. Inzwischen ersetzen deshalb abwechslungsreiche Angebote und Aktionen auf dem Geranienmarkt den Ökomarkt. Sein überzeugtes Engagement für Natur, Umwelt und den Menschen führte George Trenkler früh auch in die Politik.

Jeder Einzelne kann täglich abstimmen

Bereits als 22-Jähriger zählte er zu den Gründungsmitgliedern der damaligen Grünen Liste Umweltschutz, heute Bündnis 90/Die Grünen. Seit 1991 gehört er dem Ortsrat Oldendorf an und engagiert sich seit 2006 auch im Stadtrat. Doch die Lokalpolitik war und ist nur eine Facette seines Engagements: „Man muss nicht in die Politik gehen, um etwas zu bewirken“, ist Trenkler überzeugt. Durch das Einkaufsverhalten, den eigenen Umgang mit Energie und ein umweltbewusstes Leben könne jeder Einzelne gleichsam täglich abstimmen.

Tag der guten Tat initiiert

„Ich kann nicht die ganze Welt verändern“, weiß George Trenkler. „Aber ich kann in meinem eigenen Umfeld etwas tun.“ Und diese Einstellung steckt an – beim „Tag der guten Tat“ etwa, den er vor fünf Jahren initiierte und mit der Gründung des gleichnamigen Vereins bald auf eine breitere Basis stellte. Inzwischen tragen viele Meller aller Generationen alljährlich am 8. September dazu bei, dass es in Melle ein wenig heller und freundlicher wird.

Nicht wegschauen, sondern etwas verändern; nicht nur reden, sondern etwas bewegen; nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf die Natur und auf andere schauen: George Trenkler fordert es nicht. Er lebt es lieber vor und orientiert sich dabei an einem Ausspruch von Gandhi: „Sei selbst die Veränderung, die du dir von der Welt wünschst.“

Wer bereits für die Auszeichnung vorgeschlagen wurde:

Die Bueranerin Barbara Rolle besucht regelmäßig zwei Schulen in Kenia und wurde aufgrund dieses Engagements für die Auszeichnung „Mensch Melle 2017“ vorgeschlagen.