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Vor dem Schleudern wird entdeckelt Originelles Schulprojekt am Gymnasium Melle

26.07.2014, 10:25 Uhr

Die fleißigen Bienen arbeiteten auf Hochtouren und der Honig floss in Strömen: In der Hausimkerei von Siegfried Schünke, Vorsitzender des Imkervereins, hatten die Schüler der Projektgruppe Schulimkerei des Gymnasiums am Mittwoch einen ganz besonderen Tag.

Das seit März 2014 aktive Gemeinschaftsprojekt von Schülern, Lehrern und Eltern traf sich zur gemeinsamen Honigschleuderaktion. Die zwei Bienenvölker, die von den Schülern unter Hilfestellung von Biologielehrer Dieter Koschel und Elternteil Silke Meier betreut werden, haben ihr Zuhause direkt an der Schule auf einem abgelegenen Rasenplatz.

„Das ist ein idealer Ort, die Bienen stören hier nicht, profitieren von den angrenzenden Gärten und befinden sich am Schulgelände“, so Koschel.

Bevor es ans Schleudern ging, mussten die Honigwaben vor Ort von den Bienen getrennt und ins Auto verladen werden. Eine knifflige Aufgabe für die Projektgruppe, die sich wöchentlich an den Bienenstöcken trifft.

Denn die Bienen rückten ihren Honig nicht ganz freiwillig heraus, dient dieser doch als Nahrung für den blütenlosen Winter. Trickreich war die Verwendung des sogenannten Smokers, eines Rauchapparates, mit dessen Hilfe die Bienen beruhigt wurden. Trotzdem herrschte ein wild summendes Durcheinander, bei dem die klassische Imkerbekleidung Schutz bot.

In Gesmold angekommen, ging es ans Eingemachte. Unter sachgerechter Führung von Siegfried Schünke, der auch als Pate des Schulprojekts fungiert, wurde der Honig per Zentrifugalkraft aus den Waben gewonnen. Das Entdeckeln des Honigs, also das Öffnen der mit Bienenwachs geschlossenen Waben, war der erste Schritt, bevor es ans Honigschleudern ging.

Aufrecht in der Schleudertrommel stehend, wurden die Waben per Handkurbel ausgeschleudert. Durch ein feines Sieb lief der goldgelbe Honig, der nun bereits zum Verzehr geeignet war, in den Auffangeimer. Mit ungefähr 80 Litern der natürlich gewonnenen Leckerei rechnete die Projektgruppe bei der Ernte.

Langfristig Schulfirma

Die Initiative für das originelle Schulprojekt wurde von Sean Grond, Schüler am Gymnasium , ergriffen und an die Fachgruppe Biologie getragen. Die Idee ist der Aufbau einer nachhaltigen Imkerei zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Stadtbereich Melle.

Für die Schüler ist das Projekt auch eine Chance, dem Fach Biologie von der praktischen Seite zu begegnen. „Es geht einerseits natürlich um das Fachliche und den Lehrauftrag, andererseits aber einfach um den Spaß daran, eigenen Honig herzustellen“, so Sean.

Das noch junge Projekt, das bisher vier Schüler sowie Silke Meier und Dieter Koschel umfasst, soll langfristig zu einer Schulfirma gefestigt und direkt in den Biologieunterricht integriert werden. Schon jetzt lässt sich der Schulhonig käuflich erwerben, so auf dem nächsten Schulweihnachtsmarkt. Na dann, guten Appetit!