Ein Artikel der Redaktion

Von Leseförderung bis Berufsvorbereitung Neues Projekt bringt ehrenamtliches Engagement in die Schulen

Von PM. | 01.09.2011, 16:50 Uhr

Laut vorzulesen ist gar nicht so einfach. Denn oft spielt die Nervosität der Zunge gerade dann einen Streich, wenn es nicht so flüssig läuft. Ein wenig Übung in einer kleinen Gruppe kann da schon viel bewirken. Doch im dicht gepackten Schulalltag bleibt den Lehrern dazu nur wenig Zeit. Die Leseförderung ist deshalb einer von vielen Bereichen, in denen Ehrenamtliche künftig in Schulen aktiv werden können.

Durch bürgerschaftliches Engagement Bildungschancen erhöhen: Mit diesem Ziel startet das Diakonische Werk des Kirchenkreises Melle an zunächst drei Schulen sein neues Projekt.

In enger Abstimmung mit den Kollegien und Schulfördervereinen bietet sich in der Grönenbergschule, der IGS Melle und der Oberschule Neuenkirchen Ehrenamtlichen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Kompetenzen an Kinder und Jugendliche weiterzugeben.

„Es gibt viele Menschen, die sich engagieren möchten und Interesse an der Arbeit mit Kindern haben“, ist Heiko Grube überzeugt. Als Geschäftsführer des Diakonischen Werkes griff er deshalb gerne die Anregung von Bianca Kreyenhagen, Mitglied des Fördervereins der IGS und Projektkoordinatorin, auf, Ehrenamtliche in das Schulsystem zu integrieren. An Ideen mangelt es nicht. Dabei sind es oft kleine Hilfen, die im Schulalltag viel bewirken können.

Dazu gehört die Begleitung auf dem Weg zur Turnhalle oder zur Bushaltestelle ebenso wie die Aufsicht beim Mittagessen in der Mensa oder die Hilfe bei den Hausaufgaben in der Ganztagsschule. Projekte zum richtigen Umgang mit dem Taschengeld sind ebenso denkbar wie ein Handy- oder Internetführerschein.

Immer größere Bedeutung erhält an den Schulen zudem die Berufsvorbereitung – und gerade dabei sind Erfahrungen aus der eigenen Berufspraxis eine wertvolle Bereicherung.

„Auf die Schulen kommen immer mehr Aufgaben zu“, weiß Heiko Grube. Die Idee bürgerschaftlichen Engagements griffen Grönenbergschule, Oberschule und IGS deshalb begeistert auf. Die Ehrenamtlichen, die sich künftig nach ihren Interessen und Kompetenzen dort engagieren, gehen jedoch keineswegs unvorbereitet in den Schulalltag: Ein mehrtägiges Praktikum gibt ihnen nach einem ausführlichen Vorgespräch zunächst Gelegenheit, in das Schulleben hineinzuschnuppern.

Das Diakonische Werk gewährleistet anschließend die didaktische und pädagogische Vorbereitung und eine fortwährende fachkundige Begleitung. Zwei bis vier Stunden pro Woche sollten die Ehrenamtlichen aufbringen, deren Einsatz in der Schule zeitlich befristet, aber jederzeit verlängerbar ist.

Die ersten Gespräche für das neue Projekt, das seine Anschubfinanzierung unter anderem von der Diakoniestiftung erhält, beginnen bereits in diesen Wochen. Wer sich – gegen eine kleine Aufwandsentschädigung – mit seiner Zeit und seiner Erfahrung an einer der Schulen engagieren möchte, kann sich deshalb schon jetzt mit Heiko Grube, Telefon 05422/940075, in Verbindung setzen.