Ein Artikel der Redaktion

Viel Lob für die Abiturienten Melle: Feierlich-fröhliche Entlassung

23.06.2013, 15:39 Uhr

Respekt und Hut ab! Die diesjährigen Abiturienten haben Prüfungsergebnisse hingelegt, die seit Bestehen des Gymnasiums erst ein einziges Mal vorkamen.

Festlich gekleidet, nahmen sie auf der großen Bühne des „Forums“ am Samstagmittag ihre Abschlusszeugnisse aus den Händen von Schulleiter Ludwig Woll entgegen. Und der lobte nicht nur einmal „die außerordentlich sorgfältige Vorbereitung“. „Noch nie sahen wir so gute Prüfungen, und das erfüllt mich mit Freude und Stolz“, sagte er in seiner Festrede. Dass er zuvor die jungen Erwachsenen mit „Hallo, Kinder“ begrüßt hatte, zeigte eine auch menschliche Verbundenheit mit einer Schülergeneration, wie sie noch vor 30 Jahren gar nicht möglich war. Das Programmheft zierte ein Bild des Grafikers Reinhard Klink, das er extra zu diesem Anlass entworfen hatte: „Beflügelt“ – Schmetterlinge steigen aus einem dicken Buch hinaus über die Stadt Melle hinein in die Welt.

Der stellvertretende Schulleiter Ulrich Loog machte deutlich, dass es die Abiturienten dieses Jahres mit einer schwierigen Ausgangssituation zu tun hatten: „Ein fünftes Prüfungsfach bei um ein Jahr verkürzter Schulzeit und 34 und mehr Unterrichtsstunden pro Woche, zudem haben sich schon viele von euch für unsere Gesellschaft in Ehrenämtern eingesetzt“, betonte er und sagte: „Wir sind stolz auf euch.“

Neben dem Schulorchester unter der Leitung von Petra van Verth und Eva Maria Witte sorgte die Bläsergruppe mit Stefan Sporreiter am Pult mit feierlich-schwungvoller Musik für musikalischen Glanz im „Forum“. „Wir entlassen heute ein Fünftel unserer Bläsergruppe“, bedauerte Sporreiter, die zwölf Abiturienten indes spielten selbstverständlich noch mit genauso wie die Abgänger, die seit Jahren im Schulorchester musizieren.

Aus dem Schulvorstand erinnerte Rainer Kellermann an die Eckpunkte der Gymnasialzeit wie Einschulung, die Pubertät, den Eintritt in die Oberstufe und gab den Abiturienten mit: „Geht einen neuen, von anderen noch nicht ausgetretenen Weg.“

Vertreter etlicher Firmen aus Melle überreichten einigen der Besten nach der Zeugnisübergabe eine Anerkennung für die guten Leistungen in Form von Scheck oder Gutschein. Insgesamt erreichten 24 der fast 130 Schüler ein Einser-Abitur, Joana Moog und Julian Möller sogar mit der Note 1,0 und „astronomisch hohen Punktzahlen“, wie Ludwig Woll betonte. Und trotzdem– auf die Frage, was die junge Frau denn mit so einem Superabitur machen wolle, antwortete sie sehr sachlich: „Ich möchte Humanmedizin in Hannover studieren, weiß aber noch nicht, ob ich den Studienplatz auch bekomme.“ Der Doppelabijahrgang auch aus Westfalen könne da ein Hindernis darstellen.

Keine kritischen Töne

Kritische Töne gab es während dieser Entlassungsfeier nicht zu hören. Vielleicht hatten die beiden Redner für die Schüler Carolin Finkemeyer und Kevin Kleine-Heckmann winzig kleine Seitenhiebe parat, die aber nur die Eingeweihten bemerkten. Launig und vielleicht doch ein ganz kleines bisschen nachdenklich, applaudierten zum Schluss alle Abiturienten immer wieder. Für sich, ihre Eltern und Lehrer und vielleicht sogar schon dem neuen Leben ohne Gym.