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Unterstützung des Klinikums Festanstellung für Hebammen am CK Melle?

Von Norbert Wiegand | 09.04.2014, 13:11 Uhr

„Die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Christlichen Klinikum bleibt in vollem Umfang und gewohnter Qualität erhalten“, lässt Christian Schedding keinerlei Zweifel aufkommen. „Dabei wird die Betreuung rund um Schwangerschaft und Geburt auch künftig in den Händen von Hebammen liegen“, versichert der CKM-Verwaltungsdirektor. Die Sorgen um den Fortbestand des Hebammen-Berufes teilt er nicht.

 Wie wir bereits berichteten , finden die Hebammen derzeit keinen Haftpflichtversicherer. Das führt nach Angaben der Hebammenverbände dazu, dass sie unversichert ab Sommer 2015 ihren Beruf nicht mehr ausüben dürfen. „Wenn tatsächlich dieser schlechteste denkbare Fall für die freiberuflichen Hebammen einträte, dann würden wir unsere Beleghebammen eben fest anstellen – wir würden sie über unser Krankenhaus mitversichern und die dadurch vermutlich steigenden Versicherungsprämien in Kauf nehmen“, erklärt Schedding. Denn eine Geburtshilfe ohne Hebammen kann er sich in Melle nicht vorstellen.

Lösung in Sicht

Der Chef der Krankenhausverwaltung betont aber sogleich, dass eine solche Lösung ausschließlich dann angedacht wird, wenn das Negativ-Szenario Realität werden sollte. Er gehe aber davon aus, „dass es künftig höhere Vergütungen für die Hebammen geben wird“.

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Entsprechende Äußerungen von Krankenkassen hätten eine klare Tendenz in diese Richtung. „Dann wird es auch wieder Versicherungen für Hebammen geben, eine Lösung ist in Sicht“, prognostiziert Schedding. Außerdem werde in politischen Kreisen ein steuerfinanzierter Fond diskutiert, weil ein Aussterben des Hebammen-Berufes in Deutschland kaum zugelassen werden könne.

Noch keine Zusagen

Weniger optimistisch ist die freiberufliche Beleghebamme Helga Hintze: „Wir können erst Entwarnung geben, wenn tatsächlich ein Versicherer ein bezahlbares Angebot macht. Bislang habe ich nur Meinungen und Absichtserklärungen vernommen, aber noch keine klaren Zusagen.“ Sie hofft weiter auf Hilfe von der Meller Bevölkerung, die auf der Webseite www.hebammenverband.de ihre Unterstützung bekunden könne. Erleichtert ist Helga Hintze, dass die freiberuflichen Beleg-Hebammen im schlechtesten Fall mit der Unterstützung des Meller Klinikums rechnen können.

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