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Umfrage in Bad Dürrenberg Melle ist in seiner Partnerstadt kaum bekannt

Von Christoph Franken, Christoph Franken | 12.06.2016, 16:47 Uhr

Das „Meller Tor“ bildet die einzige Durchfahrt durch Deutschlands größte zusammenhängende Gradieranlage in Melles Partnerstadt Bad Dürrenberg. Der staatliche anerkannte Erholungsort mit Sole-Heilquelle hebt damit die Bedeutung der Partnerschaft unübersehbar hervor.

Vor dem Hintergrund des Brunnenfestes in Bad Dürrenberg am letzten Wochenende im Juni wollen wir beleuchten, ob und wie stark die Partnerschaft bei den Bürgern in der Saalstadt mit 11.000 Einwohnern bekannt ist. Das Brunnenfest ist das größte Stadtfest und erinnert mit einem bunten Unterhaltungsprogramm samt Festumzug zwei Tage lang an die Erschließung der Sole-Quelle durch Bergrat Borlach im Jahr 1763.

Unmittelbar hinter dem Tor befindet sich ein kleiner Kiosk, in dem auch polnische Spezialitäten angeboten werden. Inhaber ist Stadtratsmitglied Bernhard Scheel Die Frau hinter dem Tresen weiß nicht viel über Melle. „Nö, da war ich noch nicht und weiß ich auch nichts davon“, sagte sie fröhlich. Auch ihre Gäste hätten noch nie gefragt, was es mit dem „Meller Tor“ auf sich habe. „Und eine Delegation aus Melle war auch noch nie bei uns“, berichtete die Servicekraft.

Sole gegen Asthma

Also erst mal Fehlanzeige. Wenige Meter weiter sprudelt Solewasser aus einem Brunnen unmittelbar an der Saline. Dort füllen sich ältere Herrschaften aus Leipzig gerade Sole in zwei mitgebrachte Kanister ab.„ Mein Mann nutzt es gegen sein Asthma zu Hause in einem Inhaliergerät“, berichtete die Fahrerin des daneben geparkten Autos. Eine Frau aus dem nahen Leuna kommt mit mehreren Kunststoff-Literflaschen dazu. „Ich reibe mit der Sole regelmäßig meine Haut ein, das hilft gegen meine Schuppenflechte“, sagte sie. Von Melle hatte nur einer aus der Gruppe gehört und er wusste sogar: Das liegt in Niedersachsen bei Hannover“. Beim Hinweis auf das große Holzschild neben der Durchfahrt, auf dem „Meller Tor“ steht“, wurden sie nachdenklich. „Ist uns noch nie aufgefallen, eigentlich blöd“, meinten sie selbstkritisch. Entsprechend dankbar nahmen sie mit, dass es sich um eine von vier Partnerstädten Bad Dürrenbergs handelt. Die andern drei sind übrigens Ciechocinek in Polen, Ence in Ungarn und Caudebec lés Elbeuf in Frankreich.

Passanten ratlos

Auch im angrenzenden Kurpark waren die meisten befragten Passanten ratlos. „Melle, nein tut mir leid, nie gehört“. Ein pensionierter Lehrer aber wusste dafür bestens Bescheid und kannte sogar Jenny von Voigt als Schriftstellerin und Brieffreundin von Goethe.

„Das sind nette Leute“

Die nette Dame am Info-Schalter des Palmen-und Vogelhauses war ebenfalls sehr gut informiert. Als Mitarbeiterin der städtischen Tourist.Information war ihr Melle als Parnerstadtt natürlich bekannt, auch wenn sis selbst noch nicht da war. Aber an die Delegationen aus Melle hat sie gute Erinnerungen. „Das sind nette Leute und immer sehr interessiert.