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Umfrage: Datensicherheit Große Unterschiede beim Umgang mit Passwörtern in Melle

Von Marek Majewsky, Marek Majewsky | 01.02.2017, 10:04 Uhr

Am Mittwoch, 1. Februar, ist „Ändere dein Passwort“-Tag. Wir haben uns mit Mellern und einem Computerfachmann über den Umgang mit persönlichen Daten unterhalten.

Der „Ändere dein Passwort“-Tag soll die Bevölkerung dafür sensibilisieren, ihre Daten besser zu schützen. Immer wieder gelingt es Verbrechern, die Zugangsdaten von Nutzern im Internet herauszufinden und so an sensible Informationen zu gelangen. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein Fall im vergangenen Jahr, bei dem mehr als eine Milliarde Nutzerdaten bei Yahoo geklaut wurden.

Zwölfstellige Passwörter

Der Computerexperte Carlos Magalhães von Carlos Computerschmiede empfiehlt daher Passwörter für soziale Netzwerke alle vier Wochen zu ändern, um es den Datendieben nicht zu leicht zu machen. „Meistens ist es aber Zufall, wenn ein Passwort geknackt wird.“ Besonders sicher sind laut dem Experten zwölfstellige Passwörter. Wenn für den eigenen E-Mail-Account ein solches Kennwort genutzt wird, dass darüber hinaus aus einer Kombination von Zahlen und Buchstaben besteht, reiche es aus, alle sechs Monate für einen Wechsel zu sorgen.

Datenschutz kontra Bequemlichkeit

Die Meller sind bei ihrer Passwortsicherheit nicht ganz so akribisch. Fünf von sechs Befragten konnten sich nicht daran erinnern, wann sie ihr Passwort zuletzt geändert hatten. Nur Nina Schubert weiß noch genau, dass sie noch im Dezember eines ihrer Passwörter geändert hat. Helga und Ramona Noak, die zum Einkaufen in der Innenstadt unterwegs waren, nutzen in der Familie einen gemeinsamen Computer. „Es reicht, wenn man sich ein Passwort merken muss“, meint die Mutter. Sie habe sich bisher auch keine Sorgen gemacht, dass ihre Daten geklaut werden könnten. Ähnlich sieht das auch Jörg Stube, wobei er seinen Account bei Yahoo bewusst gelöscht hat, nachdem das Datenleck publik wurde. „Beim Thema Datensicherheit muss man schon aufpassen“, gibt er zu.

Passwort vergessen

Maria Ostrowska ändert ihr Passwort nur, wenn sie ihr altes vergisst. „Weil ich auch unterschiedliche Passwörter benutze, kommt das schon vor“, sagt sie lachend. Carlos Magalhães empfiehlt diesbezüglich, Passwörter analog aufzuschreiben und an einem sicheren Ort zu verwahren. Auch Fabian Litke hat schon länger kein Passwort mehr geändert. „Sorgen habe ich schon, aber ich bin manchmal auch einfach zu faul, es regelmäßig zu wechseln“, sagt er. Dafür verwendet er wie Nina Schubert eine Kombination aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen. Generell wird empfohlen keine Namen, Geburtstage und erst recht keine offensichtlichen Passwörter wie „geheim“ oder „1234“ zu verwenden. Das ist wie eine offene Tür für Datendiebe.

Pragmatisch und vorsichtig ist Tobias S.. Nachdem unser Reporter sich mit ihm über sein Passwort unterhalten hat, wollte er seinen Nachnamen ungern in der Zeitung lesen. Wobei er sich generell keine Sorgen um seine Daten macht. „Ich habe nichts zu verbergen und die Unternehmen verkaufen meine Daten ohnehin“, erzählt er.

Um sich generell gegen Datenklau abzusichern empfiehlt Magalhães zudem, regelmäßig nach Updates für das heimische Betriebssystem zu suchen und eine gute Antivirensoftware zu verwenden. Diese müsse jedoch leider gekauft werden. Kostenlose Produkte böten meist nur einen unzureichenden Schutz.