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Treffen am Automuseum „Alles Polo“, oder was?

Von Conny Rutsch | 05.09.2011, 17:35 Uhr

„Schrauben, cruisen, VW-Treffen“ gibt sie als Hobbys an. Sie? Ja, genau: Kathrin Stähr aus Tecklenburg war am Sonntag so richtig in ihrem Element als Veranstalterin des Treffens der Polofreunde „Alles Polo“. Zusammen mit ihren Teamkollegen Svea Tiemann, Mathias Leipniz und Sascha Pieprek organisierte sie das inzwischen dritte Autoevent zum ersten Mal am Automuseum. „Den Besucherrekord vom vergangenen Jahr haben wir schon gebrochen“, erzählte sie stolz,und immerhin waren es damals auch schon über 70 Fahrzeuge, beim ersten Treffen nur 30. Am Sonntag fuhren 92 Polos auf dem Museumsparkplatz vor.

Von Bayern bis Oldenburg, von Mecklenburg-Vorpommern bis zum Ruhrgebiet, sogar aus den Niederlanden reisten die VW-Begeisterten mit ihren Autos an. Und zu sehen gab es reichlich Interessantes, Schräges und Bizarres.

Ein Polo 2 aus dem Jahr 1989 etwa wurde von Besitzer André Schraat aus Damme komplett umgebaut, sodass nichts mehr als original zu bezeichnen ist. Im Sonnenlicht glänzte der verchromte Motor sauberer als die Besteckschublade einer guten Hausfrau und die Lederausstattung des Fahrgastraums ließ keine Wünsche offen.

„Wir bewerten jeden Wagen, den Motor- und Innenraum, die Felgen und das Fahrwerk sowie die Musikanlage. Und für das Mitführen von Verbandskasten und Warndreieck gibt es auch Punkte“, erzählte Svea Thiemann. Spätestens bei der Besichtigung der Pokale für die unterschiedlichen Kategorien wurde der Spaßfaktor dieses Treffens richtig deutlich. „Wir haben die Pokale selber aus Kolben hergestellt“, erklärte Kathrin Stähr. „Und der Gewinner bekommt einen von einem Lkw.“ Besonders auffällig leuchteten die pinkfarbenen für die „Girli-Cars“, die von ihren Besitzern etwa mit Strasssteinen verziert wurden. Ein verrosteter Kolben wird an den Polofreak gehen, der sein Auto am schäbigsten hergerichtet hat. Wie bitte? Tatsächlich, der Lack wurde matt zurückgeschmirgelt und Stoßstange und Türöffner mit Strohbündeln verschönert. Bei einer dieser „Polo-Ratten“ fehlen im Fahrgastraum sogar sämtliche Polster, das Gerippe der Sitze thront über einem dicken Loch im Boden, durch das die Straße zu sehen ist. „Aber fahrtüchtig sind sie alle“, heißt es fachkundig.

Ganz anders sieht der Polo 6 N, Baujahr 1996 von Christian Vogelsang aus Bramsche aus. Er liegt mit der Karosserie auf dem Pflaster auf. „Das Auto hat ein Luftfahrwerk, das vor der Fahrt hochgepumpt wird“, verdeutlichte der Besitzer diesen eigentümlichen Anblick. Auch die Türen sind besonders. Sie werden nur ein Stück weit normal geöffnet und dann wie Flügel hochgeklappt.

Während des Polotreffens konnten die Besitzer ihre Autos von einem offiziell anerkannten Gutachter zertifizieren lassen. Kathrin Stähr dazu: „Wenn jemand einen 20 Jahre alten Polo kauft und ihn dann für 10000 Euro ausstattet, bekommt er mit dem Gutachten etwa bei einem Unfallschaden den Preis für den tatsächlichen Wert.“

Aber nicht nur Fachliches gab es zu bestaunen. Für ein spaßiges Rundherum hatte das Orgateam ebenfalls gesorgt: So musste ein Geschicklichkeitsfahren absolviert werden, allerdings nicht mit Polos, sondern in Kinder-Bobbycars. Es gab ein Ouiz über das Automuseum ebenso wie die sportliche Übung „Felgenstemmen“.

Eine Tombola sorgte für Spannung und Spenden für einen guten Zweck. Der Erlös kommt dem Montessorihaus zugute.

Die Organisatoren konnten mit diesem Polo-Treffen mehr als zufrieden sein und etablieren mit ihrer Veranstaltung ein schönes Sonntagsvergnügen für Autofans.