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Tiefer Sturz der Alphatiere Schüler der IGS Melle führen „Top Dogs“ auf

Von Petra Ropers | 06.06.2018, 18:15 Uhr

Melle Sie sind die „Top Dogs“, die unangefochtenen Alphatiere der Wirtschaft. Diejenigen, die mit einem Federstrich Hunderte oder gar Tausende von Existenzen retten oder vernichten. Und plötzlich trifft es sie selbst. Der Fall aus dem Elfenbeinturm auf die Straße ist tief. Was dann geschieht, ist erneut am Donnerstagagabend im Forum der IGS zu sehen.

Melle. Sie sind die „Top Dogs“, die unangefochtenen Alphatiere der Wirtschaft. Diejenigen, die mit einem Federstrich Hunderte oder gar Tausende von Existenzen retten oder vernichten. Und plötzlich trifft es sie selbst. Der Fall aus dem Elfenbeinturm auf die Straße ist tief. Was dann geschieht, ist erneut heute Abend im Forum der IGS zu sehen.

Am Dienstag feierte die Aufführung der Theater-AG des Jahrgangs 11 ihre Premiere – auf und auch vor der Bühne der IGS. Denn das engagierte Ensemble um Regisseur Jonathan präsentierte mit „Top Dogs“ ein Meisterwerk, das die traditionellen Grenzen des Theaters bewusst sprengt. Dabei widmet sich das Stück von Urs Widmer einem Thema, das in Zeiten globalisierungsbedingter Umstrukturierungen aktueller kaum sein könnte.

Akustische Einspielungen

Das beweisen schon die akustischen Einspielungen von – realen - Nachrichtenmeldungen über Werksschließungen und Demonstrationen im In- und Ausland. „Business – das ist Krieg, Blut und Tränen“, meint einer der geschassten Manager treffend, die bei NCC, der „New Challenge Company“ mit psychologischer Unterstützung den Weg zurück an die Spitze finden wollen.

Der Schock sitzt tief nach der unerwarteten Entlassung, paart sich mit hartnäckiger Verdrängung, mit mühsam verborgener Verunsicherung, mit dem pathetischen Bemühen, die Fassade aufrecht zu halten.

Figur mit Warnweste

Rollenspiele im Trainingscenter des NCC helfen mal mehr, mal weniger. Angeleitet werden die „persönlichkeitsstützenden Maßnahmen“ durch die Figur eines Psychologen, dessen nur durch eine Warnweste gekennzeichnete Besetzung ständig wechselt – und das in einem Stück, das keinen durchgehenden Handlungsstrang bietet, sondern eine, auf der IGS-Bühne durch Seifenblasen voneinander getrennte Episoden.

Da trainieren die ehemaligen Top Dogs aus Bankenwesen, Börse und Wirtschaft in ironischer Überzeichnung den selbstbewussten Gang mit geradem Rücken und „Horizontblick“, übersäen in einer wilden „Schlacht der Wörter“ die Bühne mit zerknülltem Papier, stählen sich in japanischen Kampfübungen für den Neuanfang, nur, um wenig später fassungslos mit den Tränen zu ringen.

„Ein modernes Königsdrama“ nennt Regisseur und Theater-AG-Leiter Jonathan Hoffmann das Theaterstück, das bei aller Ernsthaftigkeit auch viel Humor aufweist. Die jungen Darsteller halten zwischen Beidem mit Bravour die Waage. Dabei bewältigen sie nicht nur ein enormes Textpensum. Sie fühlten sich in der Probenzeit auch intensiv und mit großem – außerunterrichtlichem – Engagement in die anspruchsvollen und ihrer eigenen Lebensrealität (noch?) fernen Rollen ein.

Donnerstag zweite Vorstellung

Auf der Bühne stehen dafür Julia Hünnefeld, Patricia Richter, Ben Niekamp, Sven Wernich, Johannes Martin, Aaron Brömmelhaup, Mahisha Lorenz und Gina Walter. Hinter den Kulissen helfen als Souffleusen Frauke Nothdurft und Lisa Tabeling. Für die Gestaltung des Plakates zeichnet Siebtklässlerin Jana Stüwe verantwortlich.

Die „Top Dogs“ kämpfen erneut am Donnerstagabend auf der Bühne der IGS ab 19.30 Uhr für eine Rückkehr auf das Schlachtfeld der Wirtschaft oder, wie es Börsianer Gilles Tschudi kämpferisch formuliert: „Ich komme zurück! Und ich komme durch das Hauptportal!“