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Stimmen werden Freitag gezählt Melle: Sagen die Landwirte „Ja“ zur Flurbereinigung?

Von Simone Grawe | 03.06.2015, 13:50 Uhr

Gesmold/Wellingholzhausen. Die Flurbereinigung Gesmold-Wellingholzhausen geht in die nächste Runde. Wie stehen die Grundeigentümer zu dem Verfahren? Deren Votum ist gefragt, und am Freitag werden nun die Stimmen öffentlich ausgezählt.

Es ist ein langwieriges Verfahren, das zum Schutz der Bürger und der Umwelt eingeleitet werden soll. Von einem Zeitraum von 2016 bis 2026 soll die ökologische Ausrichtung erfolgen, wobei das Verfahrensgebiet im wesentlichen den Bereich zwischen der A30 und der Landesstraße 95 mit den Ortschaften Dratum, Ausbergen, Uhlenberg, Wennigsen und Westberghöfen sowie kleinere Bereich in Himmern und Peingdorf umfasst.

In seiner Sitzung im März hatte sich der Ortsrat Gesmold einstimmig für das geplante Verfahren ausgesprochen. Neben den ökologischen Aspekten, wie zum Beispiel auch der Hochwasserschutz, spielten dabei die von der Landesregierung in Aussicht gestellten Fördermittel eine Rolle.

Inzwischen hat das Amt für regionale Landesentwicklung die mit dem zuständigen Arbeitskreis entwickelten Ergebnisse zur Neugestaltung der geplanten Flurbereinigung Gesmold-Wellingholzhausen vor 180 Teilnehmern und Interessierten vorgestellt. Ihr Votum zur geplanten Flurbereinigung ist jetzt gefragt. Wollen sie auf den Zug aufspringen und das Verfahren unterstützen und begleiten?

Das ist die spannende Frage, auf die es am Freitag eine Antwort geben wird. Bei der Info-Veranstaltung hat das Amt für regionale Landesentwicklung Stimmzettel an die betroffenen Teilnehmer herausgegeben. Im Beisein von Vertretern der Stadt und des Arbeitskreises werden diese Stimmen nun am Freitag ab 10 Uhr in der Gaststätte Ausberger Diele „Uppe Rellge“ an der Allendorfer Straße 22 in Dratum-Ausbergen öffentlich ausgezählt.

Schutz für die Vögel

„Mit der geplanten Flurbereinigung werden die Anpassung des Wirtschaftswegenetzes an die heutigen Erfordernisse, Maßnahmen des Naturschutzes und der Landespflege sowie Maßnahmen zum Hochwasserschutz unterstützt. So wurde allein für das Wegenetz ein Neuordnungs- und Sanierungsbedarf für rund 13 Kilometer Wegstrecke ermittelt“, heißt es in einer Mitteilung des Amtes für regionale Landesentwicklung. Daneben sind Fließgewässerentwicklung und Wiesenvogelschutz weitere Projekte, die durch Bodenordnung und Landmanagement aber auch finanziell unterstützt werden können.

Bereits in der Sitzung des Ortsrates hatte Projektleiter Udo Sackruth betont, dass erhebliche Investitionen nötig seien, um das Verfahren voranzubringen und die Konzepte umzusetzen. Demnach sollen allein 1,4 Millionen Euro in den Wegebau fließen, 150000 Euro für die Planinstandsetzung, rund 132000 Euro für die Landschaftspflege und Gewässerbau sowie 275000 für Vermessung, Verwaltung und Entschädigungen.

Fördergeld aus Hannover winkt

Die geplanten Maßnahmen können nach den Richtlinien mit ungefähr 70 Prozent von der EU und dem Land gefördert werden.

Nachdem bereits der Ortsrat einstimmig die Weichen für das lang angelegte Projekt gestellte hatte, sind jetzt die Eigentümer am Zug. Als Nächstes hat dann der Stadtrat das Wort. Er tagt am 8. Juli. Endgültig entscheidet Hannover über die Freigabe des Verfahrens.