Ein Artikel der Redaktion

Stadt mahnt : Fahrräder auf Türmen unerwünscht Mit Mountainbike vom Meller Aussichtsturm herab

Von Simone Grawe | 28.12.2015, 14:19 Uhr

Im Sommer Vandalismus, jetzt Klettertouren mit dem Fahrrad: Der Klimaturm in Buer ist in jüngster Zeit das Ziel von waghalsigen Mountainbikern gewesen. Die Stadt verurteilt ein solches Verhalten aufs Schärfste.

Eigentlich ist es ja eine gute Nachricht: Bei frühlingshaft anmutenden Temperaturen haben an den Weihnachtsfeiertagen zahlreiche Ausflügler die Aussichtstürme auf der Ottoshöhe in den Meller Bergen und auf dem Beutling bei Wellingholzhausen sowie den Klimaturm Melle-Buer auf der Friedenshöhe in Barkhausen besucht.

Daneben hatte jedoch ein Ausflügler in einem sozialen Netzwerk berichtet, dass er sein Mountainbike auf die Aussichtsplattform des Klimaturmes getragen habe, um anschließend mit dem Zweirad über die Treppenanlage des hölzernen Bauwerks hinab zu fahren. Darauf hat die Stadt jetzt reagiert.

Das kann übel enden

„Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass es der Bevölkerung nicht gestattet ist, bei der Turmbesteigung Fahrräder mitzuführen“, erklärte Mediensprecher Jürgen Krämer am Montag.

„Im Sinne der eigenen Sicherheit bitten wir alle Ausflügler, solche Formen der Freizeitbeschäftigung zu unterlassen“, sagte Krämer. Das gelte auch für das Abseilen von Türmen, zu dem es in den vergangenen Wochen ebenfalls gekommen sei. Solche Aktionen könnten rasch ins Auge gehen und im Einzelfall zu schwerwiegenden Verletzungen führen – und zwar nicht nur für die Mountainbiker selbst, sondern auch für all jene Personen, die die Treppenanlage regulär für den Auf- und Abstieg nutzen und dabei Gefahr laufen, von einem Biker erfasst zu werden. Ein derart waghalsiges Verhalten könne man nur verurteilen: „Das kann übel enden, wenn jemand gegen das Geländer prallt.“

Buntes Familienfest

Erst im März war das neue Ausflugsziel mit einem bunten Familienfest eingeweiht worden. Mit erheblicher finanzieller Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit 80000 Euro und der Sparkassenstiftung im Landkreis mit 40000 Euro war das Wahrzeichen zu einem „Klimaturm“ mit interaktiven Informationsstationen umgebaut worden – tatkräftig unterstützt vom Umweltbüro.

  •  
  • Der Klimaturm Buer als Lernstandort rund um das Thema „Klimaschutz“ ist ein zeitgemäßes und innovatives Beispiel dafür, wie Klimaschutz heute kommuniziert werden kann. Der im Jahr 2014 sanierte Aussichtsturm Friedenshöhe liegt mitten im Wald und mit der Einrichtung des Lernstandortes werden dort bisher stark voneinander abgegrenzte Erfahrungsräume miteinander verknüpft: Der Einsatz modernster Technik mitten in der Natur. Informieren – motivieren – aktivieren: Der Lernstandort schafft öffentliches Bewusstsein für den Klimaschutz und motiviert Jung und Alt, selbst aktiv zu werden.
  • Vor dem Besuch des Lernstandortes wird empfohlen, sich auf der Webseite www.klimaturm.de zu informieren. Dort werden unter anderem Hinweise zur Nutzung der interaktiven Bausteine des Lernstandortes gegeben (Downloadmöglichkeiten der Klimaturm-App und Infos zum KlimaKing-Quiz).

Die Klimaturm-App informiert oben auf der Plattform des Aussichtsturmes über „Klimaschutz in der Region“. Betrachtet man durch die App die Landschaft in allen vier Himmelsrichtungen rund um den Turm, blenden sich Infomarker im Display ein, die auf einer Detailseite näher betrachtet werden können.

Das KlimaKing-Quiz richtet sich an die jüngsten Besucher des Lernstandortes. Die acht Quiz-Stationen sind rund um den Turm verteilt und bei ihrer Tour können die Kinder ihr Wissen über Klimaschutz spielerisch testen.

  •  
  • Für Besucher ohne mobile Endgeräte stehen auf der Homepage Angebote in Form von ausdruckbaren pdf-Dateien zur Verfügung.
  • Die interaktiven Module wurden bisher gut genutzt: Die Webseite www.klimaturm.de wurde in den ersten drei Quartalen nahezu 8000 Mal aufgerufen, berichtet die Stadt. Die Klimaturm-App wurde über 650 Mal aus den verschiedenen Appstores downgeloaded. Diese Zahlen lassen die Vermutung zu, dass die Besucher des Lernstandortes sich mit der Thematik „Klimaschutz“ näher beschäftigen. Außerdem funktioniert die innovative Verknüpfung zwischen Technikeinsatz und Natur, die unter anderem mit dem Hintergrund konzipiert wurde, Kinder und Jugendliche zum Gang in die Natur zu bewegen.
  • Ein Flyer zum Klimaturm Melle-Buer wurde zwischenzeitlich entwickelt und wird im Januar 2016 veröffentlicht.