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„Selbst ernten macht Spaß“ Querbeet: Schüler der Lindenschule Buer pflegen Naschgarten

Von Ingrun Waschneck | 23.05.2017, 13:11 Uhr

Mit Rechen, Harken und Besen stürmt die Klasse 4 b der Lindenschule in den Naschgarten. Dort werden sie von Isabelle Meyer und Lea Bahr, die ihr Freiwilliges soziales Jahr an der Grundschule verbringen, zur Gartenstunde empfangen.

„Heute wollen wir säen“, erklärt Isabelle Meyer das Programm der Stunde. Als Erstes müsse das Unkraut entfernt und die Erde geharkt werden. Mit Feuereifer machen sich die Schülerinnen und Schüler daran, zupfen in den sechs mit Steinen eingefassten Beeten sowie den zwei Hochbeeten die unerwünschten Pflänzchen aus. Beim anschließenden Harken ruft Denise begeistert: „Ich hab‘ einen Regenwurm gefunden!“ Sie nimmt ihn vorsichtig in die Hand und zeigt ihn ihren Mitschülerinnen.

Regenwurm-Paradies

„Regenwürmer finde ich klasse“, sagt sie. „Sie sind nützlich, weil sie den Boden locker machen.“ Ihre Lehrerin Katharina Meyer zu Strohen erzählt, dass Denise im Herbst ein „Regenwurm-Paradies“ angelegt hat. „Sie hat eine Mulde ausgehoben und alle Würmer, die sie finden konnte, dort hineingelegt“, erzählt die Lehrerin schmunzelnd.

An einem anderen Beet stehen vier Jungen. Drei von ihnen haben Rechen in der Hand, der vierte fegt, als sie fertig sind, die Steinkanten sauber.

Am Hochbeet hackt John das Unkraut heraus. Das macht ihm sichtlich Spaß, denn die hier bereits gepflanzten Blau- und Himbeeren „sollen schön wachsen können“.

Linea und Roxanna sind derweil dabei, mit einem Hammer einen kleinen Zaun in ein Beet einzuschlagen. „Hier wollen wir Erbsen pflanzen und damit sie was zum Hochwachsen und Festhalten haben, kriegen sie den Zaun“, erklärt Linea.

Erbsen und Möhren säen

Dann ist es soweit. FSJlerin Lea Bahr öffnet eine kleine Dose mit getrockneten Erbsen. Mit einem Stöckchen bohren die Mädchen kleine Löcher. „Alle fünf Zentimeter legt ihr jetzt eine Erbse hinein und bedeckt sie dann wieder mit Erde“, sagt Bahr. Auf der anderen Seite des Beetes werden derweil Möhren gesät. Aus einem kleinen Papiertütchen schüttet Isabelle Meyer den Kindern Samen auf die Hand, die diese dann in die vorher gezogenen Furchen legen. „Bei der Auswahl der Gemüsesorten wie Erbsen, Möhren oder Zwiebeln achten wir darauf, welche pflegeleicht und zum richtigen Zeitpunkt reif sind“, sagt Isabelle Meyer. Sie selbst habe früher keine Freude an der Gartenarbeit gehabt, „mit den Kinder macht es aber viel Spaß.“

Mit Feuereifer

„Die Kinder sind immer mit Feuereifer dabei“, sagt Meyer. Acht Klassen, von der ersten bis zur vierten, hätten alle acht Wochen eine Stunde im 2016 angelegten Naschgarten. „Sie machen vom Säen bis zum Ernten alles selbst und lernen dabei auch die verschiedenen Wachstumsphasen der Pflanzen kennen“, erklärt sie.

Johanna gefällt die Zeit der Ernte am besten. „Letztes Jahr haben wir Erbsen gehabt, die waren lecker“, sagt die Schülerin. „Es macht Spaß, die Karotten, Erdbeeren und Tomaten selbst zu ernten“, findet auch Justin.

„Das Gartengerät bringen die meisten Kinder selbst mit“, sagt Lea Bahr. „Für alle anderen haben wir hier auch in unserer Hütte Harken, Spaten und Rechen.“ Die Kinder kümmern sich aber nicht nur um den Naschgarten. Auch Hühner, Tauben, Kaninchen und Meerschweinchen werden von ihnen versorgt.

Das nächste Projekt ist schon geplant. „Wir wollen hier gemeinsam mit dem Hausmeister einen Barfußpfad anlegen, der unterschiedliche Abschnitte mit beispielsweise Ästen, Kies, Häcksel und Steinen hat“, sagt Isabelle Meyer. Klar, dass die Kinder den Hausmeister hierbei kräftig unterstützen.