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„Schwierige Zeiten“ Wirtschaftsforum besucht Meller Milchviehbetrieb

Von Norbert Wiegand | 30.06.2016, 17:06 Uhr

„Wir haben schwierige Zeiten, aber es wird irgendwann auch wieder aufwärts gehen“, beschrieb Milchbauer Christoph Osterbrink die wirtschaftliche Lage seines Betriebes vor dem Hintergrund des extremen Milchpreis-Verfalls von 40 auf 20 Cent pro Liter.

Der Milchviehbetrieb in Wetter war am Mittwochabend das Ziel des Bueraner Wirtschaftsforums (BWF). „So können sich Unternehmer aus Buer ein besseres Bild von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft machen“, erklärte Arend Holzgräfe vom BWF die Intention der Organisatoren. „Denn auch Bauernhöfe sind Unternehmen“, ergänzte BWF-Sprecher Mirco Bredenförder.

120 Kühe

Zu dem informativen und geselligen Treffen auf dem von Sina und Christoph Osterbrink geführten Hof hatte das BWF gemeinsam mit dem Bueraner Ortslandvolk und den Landfrauen eingeladen. So freuten sich auch der stellvertretende Ortslandvolkvorsitzende Rainer Heitkamp und die Landfrauenvorsitzende Christa Ballmeyer über die zahlreich erschienenen Unternehmer, Vertreter der städtischen Wirtschaftsförderung und Vertreter der Geldinstitute.

Bei der Vorstellung des landwirtschaftlichen Familienbetriebes erfuhren die interessierten Zuhörer, wie sich die ehemalige Hofstelle Heckermann im Laufe der nachfolgenden Generationen zu einem modernen Agrar-Unternehmen entwickelte. Dabei wurde unter anderem deutlich, wie aus dem früheren Anbindestall ein Boxenlaufstall geworden ist - mit heute 120 Kühen und weiblicher Nachzucht.

Ebenso fand die Biogasanlage das Interesse der Besucher.

Milchtankstelle zum Selberzapfen

Ein große Besonderheit auf dem Hof in Wetter ist die „Milchtankstelle“ (wir berichteten). Dort können sich Kunden jederzeit selbst an einem überdachten Automaten frische Milch zapfen. Dieser Verkauf der eigenen Milch hat allerdings weniger wirtschaftliche Gründe. Er dient mehr dem direkten Kontakt zum Verbraucher und soll zum positiven Image der heimischen Landwirtschaft beitragen.

Bürokratische, praktische, politische Hindernisse

Die Diskussion nach der Betriebsbesichtigung verdeutlichte, wie der Betrieb Fischer/Osterbrink im Spannungsfeld zwischen EU-Beschlüssen, Bundesregelungen und speziellen Zwängen der niedersächsischen Landesregierung zu kämpfen hat. Trotz aller bürokratischen, praktischen und politischen Hindernisse hat Christoph Osterbrink seine grundsätzliche Zuversicht aber immer noch nicht verloren und hofft auf bessere Zeiten.