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Schwere Transporte und filigrane Maßarbeit Umzug von Solarlux nach Melle vor dem Zeitplan

Von Simone Grawe | 18.12.2015, 14:13 Uhr

Große Dimensionen und krasse Gegensätze: Auf der Großbaustelle von Solarlux vereinen sich in diesen Tagen Schwertransporter und Spezialkräne auf der einen sowie filigrane Millimeterarbeit auf der anderen Seite. Die Arbeiten für den im Januar geplanten Umzug liegen noch vor dem Zeitplan.

Es ist 8 Uhr und noch dunkel: Auf der Baustelle an der Allendorfer Straße herrscht rege Betriebsamkeit. Wie jeden Tag sind bereits rund 150 Arbeitskräfte in den Hallen, auf dem Außengelände oder in den Containerbüros mit ihren Arbeitsabläufen beschäftigt. Auf dem 13 Hektar großen Gelände nahe der Autobahn 30 sind die großen Produktionshallen bis auf einige Restarbeiten fertiggestellt: „Lediglich das dreistöckige Gebäude, in dem das Forum und die Verwaltung untergebracht werden, befindet sich noch im Bau. Es soll Mitte des Jahres bezugsfertig sein,“ betont Elisabeth Burghard.

Ein anderes Bild bietet sich in der Warenannahme, im Bereich des Hochregallagers, in der Beschichtungshalle oder in der Aluminium- oder Holzverarbeitung: Alle Bauteile sind nahezu bezugsfertig. Entsprechend des Baufortschritts können somit gegenwärtig schon große Maschinen oder kleinteilige Arbeitsmaterialien angeliefert werden.

„Eine besondere Koordination verschiedener Unternehmen ist nötig, damit alles Hand in Hand geht,“ sagt die Unternehmenssprecherin: „Es ist wirklich spannend, was in diesen Tagen passiert. Die Neugierde bei den Kollegen auf den neuen Arbeitsplatz ist groß. Alle sind schon ganz gespannt.“

Am Freitagmorgen erreichte die gespannte Erwartung einen vorläufigen Höhepunkt: Die so genannte Texmato – die Glasmontagelinie – soll von der Wintergartenmanufaktur am Standort Fledder nach Melle überliefert werden; eine logistische Herausforderung nicht nur für die Bauleitung von Solarlux , sondern auch für die externen Unternehmer und Hersteller. Denn: Mit einer Breite von knapp vier Metern überragt das Maschinenteil die zulässigen Maße im Straßenverkehr.

Ein Schwertransporter muss her, um das 8,50 Meter lange und knapp drei Tonnen schwere Teil über die Autobahn 30 zu überführen. Für Produktionsleiter Frank Heise, der den gesamten Umzug koordiniert, eine besondere Herausforderung, denn die Überführung musste bis zum Wochenende erfolgen, da Schwertransporter mit Überbreite nicht in den Weihnachtsferien fahren dürfen. Zudem musste die Fahrt mit Polizeieskorte in der Zeit von 22 bis 6 Uhr stattfinden.

Somit wurde die Texmato am Donnerstagnachmittag im Fledder aufgeladen und in der Nacht mit Polizeibegleitung nach Melle transportiert. Hier warteten die Kollegen am Freitag früh auf den Spezialkran, der die breite Maschine dann in der Versandhalle vom Haken holte. Beobachtet von interessierten Mitarbeitern, wurde die Texmato anschließend auf Schwerlastrollen gesetzt und an seinen endgültigen Standort in der Aluminiumverarbeitung.

„Das braucht eine Menge Fingerspitzegefühl“, äußert sich Frank Heise mit Blick auf die Abmessungen der Durchgänge. Sie messen gerade einmal vier Meter, so dass rechts und links nur wenige Zentimeter Spielraum bleiben. Um 10.30 Uhr dann der Vollzug: Die Texmato steht an seinem endgültigen Standort.

1500 Umzugskisten

Insgesamt werden für den Umzug rund 700 Europaletten, über 100 Quadratmeter Kleberollen und 1500 Umzugskisten benötigt: „Auch unser Fuhrpark muss einige Touren einplanen. Rund 95 Lkw-Ladungen Material müssen aus dem Lager von Bissendorf nach Melle transportiert werden, circa 85 Lkw-Ladungen sind derzeit für Arbeitstische und kleinere Maschinen eingeplant“, führt Unternehmenssprecherin Elisabeth Burghard aus. Darüber hinaus werden in 18 Lkw-Ladungen die großen Maschinen mit Spezialtransporten durch externe Dienstleister nach Melle gebracht.

Seit mehr als 30 Jahren stellt Solarlux Glasfaltwände, Glasdächer, Wintergärten und Fassadenlösungen her und gilt somit als einer der weltweit führenden Systemanbieter mit insgesamt 650 Mitarbeitern in über 50 Ländern. Der neue Produktionsstandort in Melle ist nach modernen Nachhaltigkeitsstandards konzipiert, bewusst setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.

Die Solarlux-Baustelle ist e eine der größten der Region: Ein Paradebeispiel für die expandierende Wirtschaft.