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Reiterhof in Neuenkirchen kam an Tag des offenen Hofes: 5000 Besucher in Melle

Von Norbert Wiegand, Norbert Wiegand | 12.06.2016, 20:11 Uhr

Tausende Besucher schlenderten vor allem am Sonntag-Nachmittag dicht gedrängt über den Pensionspferdebetrieb der Familie Hagemann-Krystosek.

Der „Tag des offenen Hofes“ erwies sich erneut als ein Anziehungspunkt erster Güte. Zu den optischen Höhepunkten zählten die Kutschen, die vielen Besuchern schon bei der Anfahrt begegneten. Insbesondere um die vierspännige Postkutsche versammelten sich zwischen den Rundfahrten immer wieder große Gruppen Schaulustiger. Neben der glänzenden Karosse wurden auch die langmähnigen „Friesen“ bewundert, die als Zugpferde eingesetzt wurden. Ein weiterer Hingucker war die langbeinige Fee „Alexa“ auf Stelzen, die mit ihrer zauberhaften Energie gute Laune verbreitete.

Vielfältige Einblicke

Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich ein eigenes Bild von der artgerechten Haltung der Pferde auf dem mit vier Sternen ausgezeichneten Reiterhof zu machen. Die Planung eines neuen Aktivstalles, in dem sich die Pferde frei bewegen können, fand vor allem das Interesse der Pferdefreunde.

Neben der Pferdehaltung gab es aber ebenso vielfältige Einblicke in die anderen Sparten der Landwirtschaft. So präsentierte Volker Brinkschulte höchst anschaulich, was beim Anbau verschiedener Nutzpflanzen geschieht. Zum Thema Zuckerrüben waren auf einem abgesteckten Quadratmeter Acker die elf Saatpillen, der Ertrag von 1,4 Kilogramm Zucker, 0,8 Gramm Spritzmittel, 20 Gramm Kunstdünger und 2,6 Liter Gülle zu sehen. Außerdem gab ein 100 Zentimeter tiefes Loch Aufschluss über die Bodenbeschaffenheit.

Dass ein Sägewerk auch zu den Bäumen kommen kann, erfuhren staunende Besucher von Wilfried Wübbeler. Der Bad Essener präsentierte sein mobiles Sägewerk und zeigte, wie es aus Fichten- oder Buchenstämmen Bretter und Bohlen macht – auf Wunsch an der Stelle, an der sie gefällt werden. Modernste Landmaschinen waren ebenso zu sehen wie Oldtimer, die Erinnerungen an alte Zeiten weckten.

Über 100 Torten

Weitere lehrreiche Informationen über die moderne Haltung von Schweinen, Rindern und Geflügel gab es teilweise multimedial und mit Filmen an diversen Ständen. Landvolk-Ortsverbände, Landfrauen- und Landjugendgruppen beteiligten sich an den Informations- und Unterhaltungs-Angeboten sowie an der Versorgung mit Speisen und Getränken. Im Landfrauen-Café gab es mehr als 100 verschiedene Torten und Kuchen, an der Milchbar wurde Erdbeer-, Bananen- und Waldmeistermilch serviert - übrigens zu einem echt fairen Preis, ganz im Gegensatz zu der derzeit verramschten Milch in den Verbrauchermärkten.

Jazzmusik und Bier

An vielen Ständen gab es ein riesiges Angebot herzhafter und süßer Leckereien. Im zweiten Biergarten unter dem großen Sonnensegel spielten die Lehman-Brothers Jazz und Soul. Gute Ideen hatten die Organisatoren mit ihren teils spektakulären Spielangeboten für Kinder: Ein Steckenpferd-Rennen, eine Schatzsuche im Sandhaufen und eine Strohburg zum Klettern gehörten zu den Höhepunkten. Aber auch das Zöpfe flechten oder Fahren mit dem Trettrecker fanden Anklang. Die mit hunderten Fahrrädern und Autos angereisten Gäste fanden außerdem ein riesiges Info-Angebot vor. Die Palette reichte von Versicherern und Geldinstituten über Vereine und eine Physiopraxis für Mensch und Tier bis zu heimischen Unternehmen und zum Infomobil der Jägerschaft.

„Gute Präsentation“

Über die gute Resonanz mit mehr als 5000 Besuchern und die gute Stimmung freute sich Gastgeber Uwe Krystosek. „Bis auf einen kurzen Regenschauer hatten wir Glück mit dem Wetter, wir haben viel mit Verbrauchern diskutiert und konnten unsere gute landwirtschaftliche Praxis präsentieren“, zog Landvolk-Geschäftsführer Heinrich Kinnius ein durchweg positives Fazit.