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Postkarten sind Kunstwerke Mail Art Ausstellung der Ratsschule Melle eröffnet

03.07.2014, 18:03 Uhr

Das Kunstpostamt Melle hat geöffnet. In den nächsten drei Wochen können Besucher der Ausstellung „Mail Art – City of the future“ der Ratsschule in der Kreissparkasse Briefmarken kaufen und viele künstlerisch aufwändig gestaltete Postkarten aus aller Welt bestaunen.

Die Lehrerin Marietta Vortkamp hatte die Idee der Mail Art auf Anregung des „Kunstpostboten“ Peter Küstermann vom Kulturzentrum BÜZ in Minden in ihrer Schule eingebracht. Sowohl die Schüler als auch der Leiter, Ludger Jansen, waren begeistert und so entstand unter finanzieller Hilfe des Fördervereins der Ratsschule und der Kreissparkasse ein weltumspannendes Netz.

Mail Art ist eine Kunstform, in der Postkarten zu einem bestimmten Thema gestaltet werden. Das Thema in Melle und drei weiteren Schulen in Bielefeld, Hagen und Minden lautete „City oft the future“. Die Künstler sollten ihre Vorstellungen ausdrücken, wie die Gesellschaft sich ändern werde.

Die Ratsschule hat das Motto für ihre eigenen Werke etwas verändert. „The future of our school“ stand hier im Mittelpunkt. „Wir sind ja gerade im Umbruch“, erklärte Marietta Vortkamp. „Was passiert an unserer Schule mit der Umwandlung von Real- zur Oberschule? Wo finden wir einen festen Standort in Melle?“

Eine gestrickte Karte

Die Schüler hatten zunächst Einladungen gestaltet, die sie in die ganze Welt gesendet haben. Die Adressen hatten sie von Küstermann erhalten, der schon seit 1983 als Mail Artist aktiv ist. „Es war interessant zu sehen, wie andere Länder unsere heutige Situation einschätzen“, meinte Ludger Jansen. Für die Kids war der Rücklauf beeindruckend. „Wir haben Karten aus den USA, Japan oder Brasilien bekommen. Das waren Collagen, gemalte und auch eine gestrickte Karte“, berichteten Josefine Bild und Jan Depenbrock.

Marietta Vortkamp sah noch einen ganz anderen Vorteil der Aktion. „Die Jugendlichen haben die Kulturtechnik des Adressenschreibens wieder entdeckt“, sagte sie. Das Projekt versteht sich ohnehin als kulturelles Bildungskonzept, daher habe der Förderverein dies auch unterstützt.

Die Besucher der Ausstellung können nicht nur die Postkarten betrachten, sondern auch Briefmarken erwerben. Die Schüler haben eigene Motive hergestellt, die sich mit der Zukunft der Schule befassen. Und eine Marke ist von der Deutschen Post für Briefsendungen zugelassen. Und noch etwas ist besonders in Melle. Die Schule hat einen Baum nach dem Vorbild eines „Poe-trees“, wie er auf der Bienale in Venedig zu sehen ist, geschaffen und ihre Lieblingskarten dort aufgehängt.

Der Postschalter ist an Werktagen von 10 bis 11.30 Uhr und von 14 bis 15.30 Uhr geöffnet.